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Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Endlich ist es soweit. Nach einer 19-jährigen Abwesenheit kehrt unser aller Lieblingsarchaeloge Indy wieder auf die Kino-Leinwand zurück. Er tut dies unter dem klangvollen Namen Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, um dann kolossal zu enttäuschen. Es tat sich zwar das alte Trio aus George Lucas, Steven Spielberg und Harrison Ford erneut zusammen, doch misslang es ihnen diesmal völlig, etwas derart herausragendes wie die ursprüngliche Trilogie zu schaffen.
Die Story ist schnell erzählt. Sie spielt einige Jahre nach den Vorgängern in den 1950er Jahren. Dadurch fast schon zwingend sind Indys Gegner als die Russen zu identifizieren, die zwar so ziemlich jedes Kalte-Krieg-Film-Klischee erfüllen, es aber trotzdem an wirklich starker Präsenz im Film mangeln lassen, wodurch speziell gegen Ende Indy immer öfter ohne wirklichen Kontrapunkt dasteht. Alle befinden sich diesmal auf der Jagd nach dem so genannten Kristallschädel, welcher einst aus dem legendären El Dorado, welches im Film üblicherweise als Akator bezeichnet wird, gestohlen worden sein und auch den Weg dorthin zurück weisen soll. Der Weg dieser Suche wird ohne allzu große Spannungsmomente erzählt, während dem Zuschauer einige Szenen begegnen, die völlig zusammenhanglos und unbedeutend wirken und denen jede Anknüpfung an den Gang der Handlung fehlt. Eine einzige, längere Szene schafft es tatsächlich, den Flair der alten Filme aufleben zu lassen. Eine wilde Verfolgungsjagd durch den peruanischen Dschungel, welche zwar völlig unrealistisch aber sehr gut inszeniert ist und einige nostalgische Erinnerungen weckt. Den Großteil der Zeit allerdings versucht der Film zwar krampfhaft, dieses alte Flair wachzurufen, doch scheitert er dabei fast durchgehend völlig und gibt den Film immer wieder der Lächerlichkeit preis. Zusätzlich dazu werden einige neue Elemente in den Film eingeführt, die aber weder zum Stil der Vorgänger passen wollen, noch, was viel schlimmer ist, sich nicht wirklich ins Gesamtbild des neuen Filmes einfügen und so mehr als stilistische und logische Brüche erscheinen, die einfach deplaziert wirken. Die gesamte Auflösung des Mysteriums um den Kristallschädel und dessen Darstellung am Ende des Films bietet dabei den ultimativen Höhepunkt und setzt all diesen Stilbrüchen die Krone auf und lässt den Zuschauer nur mit der Frage, was dass ganze nun sollte, zurück.
Versucht man den Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels für sich allein zu betrachten, was ähnlich schwer fällt wie bei den neueren Teilen von Star Wars, bekommt einen ordentlichen, potentiell unterhaltenden Film mit einigen Unstimmigkeiten in Stil und Logik. Betrachtet man ihn allerdings als Fortsetzung der Indiana-Jones-Serie, kommt man schwerlich umhin, ihn als völlig misslungen zu betrachten. Das ursprüngliche Flair der Serie flammt eben nur bei der Verfolgungsjagd im Dschungel einmal auf, versteckt sich aber sonst gekonnt. Gleichzeitig aber versuchten Lucas und Spielberg hier viel zu wenig, einen unabhängigen Film zu machen, sondern scheinen es krampfhaft den Fans recht machen zu wollen, was aber bei den meisten Szenen ziemlich daneben geht und wodurch die neu hinzugefügten Elemente noch viel stärker als unzusammenhängend herausstechen, statt einen Film zu bekommen, der zwar konsequent in eine etwas andere Richtung geht, dafür aber an sich selbst stimmig erscheint. Damit hätte man zwar sicherlich auch reichlich Fans vor den Kopf gestoßen, aber man hätte womöglich einen für sich allein betrachteten Film bekommen, dem man bedenkenlos als gut bezeichnen könnte. So allerdings bleibt Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels auch in diesem Bereich nur Mittelmaß.



22.5.08 17:51


John Rambo

John Rambo ist der vierte und vermutlich letzte Teil der Rambo-Serie, die neben der Rocky-Serie den Ruhm Sylvester Stallones begründete. Bei diesem abschließenden Teil zeigt sich Stallone selbst sowohl für Drehbuch als auch Regie verantwortlich. Während der erste Teil sich durch eine eher ernstere Auseinandersetzung mit den Traumata eines Vietnamveterans auszeichnete, präsentierten sich die beiden Nachfolger eher als typisch sinnfreie Actionunterhaltung. John Rambo scheint nun diesen Kontrast in Einklang bringen zu wollen, indem er beide Seiten der Serie vereint.
Der Film spielt in Thailand und Birma und beginnt mit einigen Nachrichtenausschnitten über die reale Konfliktlage in Birma. Mit diesem Anfang wird klar gemacht, dass John Rambo keine reine Unterhaltung sein will. Unterstrichen wird dies durch ausgiebige und sehr explizite Darstellung von immer wieder fast völlig willkürlich eingebundenen Grausamkeiten, die sowohl Täter als auch Opfer völlig entmenschlichen. Rambo hat sich von all diesem sehr weit distanziert und lebt ein sehr zurückgezogenes Leben in Thailand. Aus diesem Leben wird er jedoch wieder herausgerissen und in einen weiteren Konflikt mit herein gezogen. Er wird von einer Gruppe Missionare beauftragt, diese nach Birma zu bringen, damit diese dort humanitäre Arbeit leisten können. Nach anfänglicher Weigerung nimmt Rambo diesen Auftrag doch an, bringt die Gruppe nach Birma und kehrt direkt wieder um. Den Missionaren bleibt allerdings kaum Zeit, ihrer Arbeit nachzukommen, kaum angekommen wird das Dorf von Soldaten angegriffen und die wenigen Überlebenden gefangen genommen und weggeschleppt. Kurze Zeit darauf tritt man wieder an Rambo heran, damit dieser eine Gruppe von Söldnern ebenfalls nach Birma führt, damit diese die Missionare befreien können. Dort angekommen schließt Rambo sich diesen natürlich an und von da an beginnt eine action- und gewaltreiche Jagd durch den birmesischen Dschungel.
Während Stallone mit Rocky Balboa ein würdiger Abschluss dieser Filmserie gelungen ist, kann man diesen Versuch bei Rambo nur als deutlich misslungen bezeichnen. Durchgehend erweckt John Rambo den Eindruck, dass sich Stallone nicht entscheiden konnte, was für ein Film es denn werden sollte. Er hat Facetten von einem ernsten, kritischen Film, der verdeutlichen will, wie grausam Menschen sich gegenseitig behandeln können und stellt die Frage, wie sinnvoll humanitäre Arbeit in einem solchen Umfeld sein kann. Gleichzeitig aber wird der Film durch typische Actionelemente, wie völlig überzeichnete Charaktere, humoristisch angehauchte, markige Sprüche und wilde, völlig unrealistische Kampfszenen geprägt. Und daneben scheint er auch eine Tendenz des modernen Horrorfilms von dem Schlage Hostel oder The Hills have Eyes übernehmen zu wollen, was sich in extrem explizit dargestellter Gewalt manifestiert, die oft abschreckend, anwidernd und teils einfach nur noch grotesk wirkt. Während all diese Teile einzeln funktionieren können, tun sie dies in dieser Mixtur in keinster Weise. Alle Facetten verbinden sich nicht zu einem Ganzen, sondern bleiben von einander getrennt und stellen sich auch gegenseitig in Frage. Jeglicher ernster Aspekt des Films wird durch die oft typisch actionfilmhaft inszenierten Szenen völlig an den Rand der Bedeutungslosigkeit gedrängt, aber gleichzeitig machen es diese Aspekte, genauso wie die viel zu explizit dargestellte Gewalt es unmöglich, den Film als reinen Unterhaltungsfilm zu sehen. Übrig bleibt nur eine schlecht zusammenhängende Ansammlung von Szenen, die sich durch einen Mangel an Logik und erzählter Geschichte, genauso wie durch eine willkürlich erscheinende Aneinanderreihung von Gewaltorgien auszeichnen. John Rambo kann als ganzes nur als völlig misslungen betrachtet werden und fügt sich weder in die Serie ein, noch kann er als einzeln betrachteter Film in irgendeiner Weise überzeugen.



14.3.08 13:46


Cloverfield

In Cloverfield dreht sich alles um eine kleine Gruppe von Freunden und ein paar Stunden, in denen sich deren Leben, genauso wie das, aller anderen Einwohner New Yorks massiv verändert. Alles beginnt auf einer Party, die zu Ehren von Rob, einem der Hauptcharaktere, gefeiert wird, bevor dieser für einige Monate das Land verlässt. All dies sieht man durch den Blickwinkel einer Handkamera, die dazu dienen sollte, die Feier für Rob als Andenken zu dokumentieren. Doch plötzlich wird das Gebäude, scheinbar durch ein Erdbeben, schwer erschüttert und die Kamera wird mehr und mehr zum Mittel der Dokumentation der folgenden Ereignisse. Nach einem Moment der Ruhe macht eine schwere Explosion deutlich, dass doch eine größere Gefahr aufgetaucht ist, als ein einzelnes Erdbeben. Überall bricht Chaos aus, große Trümmerteile fliegen durch die Luft, alle versuchen zu fliehen. Immer mehr breitet sich Panik aus, als mehr und mehr klar wird, dass scheinbar ein riesiges Monster in der Stadt wütet. Während das Militär bereits die Evakuation Manhattans vorbereitet, erhält Rob einen Anruf von der Frau, für die er mehr Gefühle hegt, als er zugeben will, Beth. Als er erfährt, dass sie verletzt in ihrer Wohnung liegt und nicht selbst fliehen kann, macht er sich auf, sie zu suchen und trotz der großen Gefahr folgen ihm ein paar seiner Freunde. Von hier an erzählt die Handkamera die Geschichte dieses Rettungsversuchs, während im Vorbeieilen der Gruppe das immer größer werdende Chaos in der Stadt deutlich wird und man immer wieder kurze Blicke auf das angreifende Wesen erhaschen kann.
Nachdem Godzilla 2004 endgültig in Rente geschickt wurde, scheint Matt Reeves hier zu versuchen, das Genre des Monsterfilms wieder zu beleben. Hierzu bedient er sich einer Gruppe größtenteils unbekannter Schauspieler und der Erzählperspektive einer Handkamera in den Händen der agierenden Personen. Durch diese Perspektive ist man zwangsläufig viel näher am Geschehen dran, als durch die übliche eines reinen Beobachters. Und dies zeichnet sich letztendlich auch als die große Stärke von Cloverfield aus, welche es ermöglicht, aus dem Einheitsbrei des Genres hervorzustechen. Gerade die sehr eingeschränkte Sicht auf das Geschehen erweist sich hier als großer Vorteil. Alles bleibt etwas unklarer, mysteriöser, man empfindet das Chaos und die Panik viel stärker als aus einer distanzierten Beobachterperspektive. Allerdings bringt die Handkamera auch ihre üblichen Probleme mit sich, vor allem die geringe Bildqualität und das starke Verwackeln, mit beidem muss man sich arrangieren können, sonst wird man wenig Gefallen an Cloverfield finden. Davon abgesehen ist aber das vor der Kamera stattfindende sehr zufrieden stellend, die schauspielerische Leistung der Darsteller ist durchgehend ordentlich bis gut und auch die Special Effects sind gut in den Handkamera-Look eingepasst. Letztendlich kann aber all dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass Reeves hier nur eine ziemlich gewöhnliche, in dem Genre schon oft gesehene Geschichte erzählt. So gelingt Cloverfield auch keine Revolution des Monsterfilms, doch verdient es sich durchaus eine Platzierung in der Spitze dieses durch meist sehr billig produzierte B-Movies geprägtem Genre, speziell durch die dramatischere Erzählperspektive mit seiner bewussten Beschränkung auf den Blickwinkel dieser einen, kleinen Gruppe von Menschen in dem großen Chaos. Wenn man mit dieser Art Film und mit der Art sie zu erzählen etwas anfangen kann, so ist Cloverfield sicher ein sehr empfehlenswertes Werk, doch wem diese Filme vorher nicht gefallen haben wird wohl auch hier nicht bekehrt werden.



9.2.08 17:24


Heath Ledger

Am Dienstag ist völlig überraschend Heath Ledger verstorben. Ohne sichtbare Vorwarnungen schied einer der wohl talentiertesten jungen Schauspieler Hollywoods im Alter von 28 aus dem Leben und das stimmt mich, wie offenbar viele andere, sehr traurig. Nicht allein der künstlerische Verlust ist tragisch, sondern auch der Verlust einer Person, die scheinbar nie wirklich im Hollywood-Mainstream angekommen ist, sondern sich immer einen eigenen Kopf und viele eigene Ambitionen erhalten hat. Es wirkt so, als hätte er uns nur einen kurzen Blick gestattet, nur einen kleinen Schatten dessen gezeigt, wozu er fähig gewesen wäre. So sagte Terry Gilliam, nur wenige Tage vor Heaths Tod über diesen:

"He's the most wonderful, inventive guy - there's nothing he won't try to do - you throw him in a scene and he makes it 120 times better. I just watch him with my mouth open - he ad-libs lines that are brilliant.

"He wants to be a director, and he's much better than I am most of the time. We'll do some nonsense, then he'll say 'Why don't you do this,' and he's right. He's phenomenal, and I don't think Hollywood yet realises how extraordinary he is."

Es ist deprimierend zu wissen, dass diese ganzen Ambitionen und Ziele nun unerfüllt bleiben müssen. Doch muss ich sagen, dass es sich auch nach einem Verlust anfühlt, der größer ist als nur der eines Künstlers, in den man noch hohe Erwartungen gesetzt hat. Es wirkt eher wie der Verlust eines fernen Freundes, auch ohne ihn je gekannt zu haben. Ein Gefühl, in dieser fernen Person eine Art Freund im Geiste gehabt zu haben, ohne je wirklich darüber nachgedacht zu haben. Das Gefühl hat sich einfach gebildet und nun ist völlig überraschend diese Verbindung abgebrochen und er hat das Leben all derer verlassen, die sich auf irgendeine Weise mit ihm verbunden gefühlt haben. Ich muss gestehen, es ist ein seltsames Gefühl, dieser Eindruck einer Freundschaft, ohne sich doch zu kennen, ja sogar ohne dass die andere Person, je von einem gehört hätte. Vielleicht können Michel de Montaignes Worte, die er eins über Etienne de Boetie schrieb es am ehesten beschreiben:

„Was immer ich über die Freundschaft im allgemeinen und über die unsere insbesondere sagen mag: Hier war es eine auf mir unerklärliche Weise eingreifende Schicksalsmacht, die diesen Bund gestiftet hat. Wir suchten uns, noch ehe wir uns gesehen hatten, aufmerksam gemacht durch Berichte, die jeder über den anderen vernahm und die in uns sofort eine stärkere Zuneigung auslösten, als man von dergleichen Hörensagen hätte erwarten können – ich glaube gar, durch eine Fügung des Himmels. Wir umarmten uns schon in unsren Namen.“

Natürlich ist diese überraschende und trotz aller Surrealität doch empfundene Verbindung hier nur in eine Richtung, doch trotzdem kann ich sie nicht leugnen. Doch sehe ich auch, dass ich nicht der einzige bin, der dies so zu empfinden scheint. So scheint dieser australische Schauspieler es geschafft zu haben, durch seine künstlerische Arbeit andere Menschen zu berühren, sich einen kleinen Platz in deren Herzen zu ergattern. Und so ist im womöglich gelungen, was die meisten Künstler sich wünschen: Er wird nicht vergessen werden. Hiermit nehmen wir, deine Freunde in der Ferne des Geistes nun Abschied von dir und werden dich doch immer in guter Erinnerung behalten. Mein Beileid und die besten Wünsche gehen an seine Familie und ich hoffe, die Medien werden ihnen die Ruhe lassen, die sie nun brauchen, um deren so unvergleichbar viel größeren Verlust zu verarbeiten.

Heath, we will dearly miss you and send out a big thank you for all that you have given us. You were a talent and an inspiration and an inspiration you always will be.

24.1.08 15:29


Jugendstrafrecht

So, nun empfinde ich auch mal den Drang mich hier mal politisch zu äußern, und zwar indem ich auch hier noch mal die derzeitige Debatte um eine Verschärfung des Jugendstrafrechts, mit besonderer Berücksichtigung eines etwaigen Migrantionshintergrunds, aufgreife, die in der Endphase des hessischen Landtagswahlkampfs hier von unserem derzeitigen Ministerpräsidenten Roland Koch angeschoben wurde.

Die Vorschläge von Herrn Koch, die ja mittlerweile zumindest teilweise von der Bundes-CDU aufgegriffen wurden, gehen ja in zwei Richtungen, die eine die kaum populistischer darzustellende Forderung, Personen mit Migrationshintergrund (Was rein definitorisch auch bereits Leute betreffen könnte, die bereits einen deutschen Pass haben)härter zu bestrafen, da von diesen per se eine größere Gefahr ausgehen würde. Die zweite ist die nicht viel weniger populistische Forderung nach härteren Strafen für Jugendlichen als Allheilmittel, um einer scheinbar ansteigenden Jugendkriminalität Herr zu werden.

Mal abgesehen davon, dass die härtere Bestrafung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft völlig den Prinzipien unseres Grundgesetzes widerspricht und somit an sich überhaupt nicht diskussionswürdig wäre, da es im Prinzip sowieso nicht durchsetzbar wäre (wobei ich mir da mit den Auflösungen des Datenschutzes nicht so sicher bin, dass es nicht einfach ignoriert würde), kommt noch hinzu, dass ein Rechtssystem, dass die Ungleichheit vor dem Gesetz zu einem Prinzip macht, nach modernen Standards überhaupt kein Rechtssystem mehr, sondern nur noch ein Instrument der Willkür der jeweiligen Herrschaftsmacht wird. Ich hoffe, ich muss hier nicht ausführlicher auf die grundsätzliche Unsinnigkeit eingehen, anzunehmen, Menschen, die nicht deutschstämmig sind, wären per se eher zu kriminellen Aktivitäten geneigt. Doch selbst wenn das so wäre, oder man das irgendeiner Gruppe nachsagen könnte (Jugendliche, Studenten, Rentner), so kann daraus sinnvoll trotzdem keine härtere Behandlung vor dem Gesetz erfolgen. Natürlich sollte man einen Wiederholungstäter anders behandeln als einen Einmaltäter, allerdings würde diese Auslegung des Gesetzes ja nicht dazu führen, sondern dazu, dass Personen mit einem bestimmten Hintergrund allein aufgrund dieses Hintergrundes bereits grundsätzlich als Wiederholungstäter klassifiziert würden, selbst bei ihrer ersten Tat, ja konsequent gesehen sogar schon, solange sie sich nichts zu schulden kommen lassen (was trotz aller Polarisierung immer noch die große Mehrheit ist). Konkret bewertbar ist effektiv nur, wie Personen handeln und danach sollten sie bewertet werden. Sicherlich mag es in gewissem Maße Sinn machen bei Bestrafungen die jeweilige Motivation des Täters zu der Tat mit ins Urteil einzubeziehen, aber bereits dass ist problematisch, da es massiv durch Einstellungen und Empfindungen des jeweiligen Richters beeinflusst sein kann (z.B. durch Vorurteile gegen Migrantenkinder). Trotzdem sollte dieser Punkt Beachtung finden, genauso wie eventuell bereits vorher begangene Straftaten, wenn man allerdings erlaubt, dass die Strafe weder nach Tat noch nach Motivation, sondern schlicht und einfach nach der Herkunft bestimmt wird, verfehlt das Rechtssystem völlig seine Rolle als gesellschaftliches Korrektiv, welches dazu dienen soll, neben Sicherheit vor allem soweit möglich Gerechtigkeit herzustellen, wo die Individuen dabei versagt haben. Das Rechtssystem würde zu einem Mittel einer Willkür verkommen und nicht mehr dazu dienen Gerechtigkeit und Gleichheit innerhalb der Gesellschaft als Grundlage des sozialen Friedens herzustellen sondern vielmehr nur dazu, unliebsamen Personen einen Riegel vorzuschieben, um durch diese zum Sündenbock stilisierten Personen der Mehrheit einen Zugewinn an Sicherheit zu suggerieren, während man tatsächlich durch die Ungleichbehandlung die soziale Stabilität selbst in Frage stellt und über kurz oder lang massive Widerstände erzeugt (ich will hierbei nur am Rande auf die Situation in den französischen Vorstädten, speziell denen von Paris hinweisen). Deswegen kann eine Ungleichbehandlung vor dem Gesetz aufgrund der Herkunft weder sinnvoll noch gerecht und somit konsequenterweise eben auch nicht berechtigt sein.

Der zweite Teil dieser wahlkämpferischen Offensive betont die Notwendigkeit einer Verschärfung des Jugendstrafrechts im Allgemeinen. Dies scheint mir auch nur ein verkrampfter Versuch, den durch die immer wieder auftretenden, reißerischen Berichte der Medien über die ach so verkommene Jugend, verunsicherten Menschen einen Weg zu suggerieren, der zwangsläufig zu mehr Sicherheit führen würde. Das deutsche (wie jedes moderne) Rechtssystem basiert auf der Grundlage, korrigierend und sozialisierend in die Gesellschaft einzugreifen. Wenn man dies grundsätzlich akzeptiert und nicht ein reines Rachestrafrecht befürwortet (eine Diskussion die ich, zumindest solange dass hier als Konsens betrachtbar ist, nicht weiter ausführe), dann kann der Ruf nach schärferen Strafen nur dadurch begründet werden, dass die derzeitigen Strafen nicht genug Abschreckungskraft, bzw. genug Einfluss zur Resozialisierung ausüben können. Dass im Faktor der reinen Abschreckung eine Verschärfung des Jugendstrafrechts notwendig ist, scheint mir sehr fraglich. Wenn ein Jugendlicher von einer potentiellen Haftstrafe von zehn Jahren nicht abgeschreckt werden kann, seine kriminellen Handlungen grundsätzlich zu unterlassen, so scheint es fragwürdig, dass eine Maximalstrafe von fünfzehn Jahren diesen Sinn erfüllen würde. Deshalb kann rein das nicht als Begründung herhalten, warum diese Verschärfung sinnvoll wäre. Es bleibt die Frage, ob härtere Strafen als die derzeit möglichen einen höheren Resozialisierungseffekt bei den straffälligen Jugendlichen hätten. Auch dies erscheint mir fragwürdig. Bereits eine zehnjährige Haftstrafe würde einem Jugendlichen nahezu jede Chance verbauen, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren (allein schon durch entfallene Ausbildungsmöglichkeiten, neben dem Stigma des Straftäters), dies würde durch härtere Strafen nur verschlimmert und besonders eben auch Täter, die nicht von der Maximalstrafe betroffen sind, aber plötzlich von einer deutlich erhöhten oder überhaupt erst auftretenden Gefängnisstrafe mit einschließen und somit die Menge an Personen, die sich dem Problem der faktischen Möglichkeit der Reintegration stellen müssen, massiv erhöhen. Natürlich kann es Fälle geben, bei denen die Maximalstrafe notwendig, bzw. nicht zu vermeiden ist und somit dieses Problem auch nicht mehr zu vermeiden ist, doch durch eine prinzipielle Verschärfung der Strafen gerade bei Jugendlichen würde man vielen von diesen die Reintegration und damit verbunden eben auch die Resozialisation massiv erschweren und ihnen fast schon eine Karriere als Serienstraftäter empfehlen. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob bestehende Möglichkeiten wie Wochenendarreste oder Dauerarreste (bis zu vier Wochen) häufiger eingesetzt werden sollten, um durch diesen kurzzeitigen Freiheitsentzug Ersttäter deutlicher abzuschrecken als etwa durch Sozialstunden. Diese womöglich sogar sinnvolle Diskussion gehört aber in den Kontext des bestehenden Rechtssystems, da diese Möglichkeiten bereits vorhanden und der Auslegung der Richter übergeben sind. Man kann hier also über den Sinn einer konsequenteren Ausschöpfung des vorhandenen Regulariums diskutieren, eine konkrete Verschärfung des vorhandenen Regulariums ist dazu aber nicht notwendig. Statt durch scheinbar einfache Mittel wie ein verschärftes Rechtssystem einen erhöhten Sicherheitsgrad vorzutäuschen, sollte man womöglich viel eher darüber diskutieren, inwieweit man zum einen eher die Wurzel anpacken kann, die eine erhöhte Jugendkriminalität hervorbringt und zum anderen wie man womöglich die Resozialisierung von straffällig gewordenen Jugendlichen verbessern kann, um so, statt Serientäter härter zu bestrafen, zu versuchen, diese erst gar nicht zu Serientätern werden zu lassen. Ob dies allerdings durch die ebenfalls von der CDU in die Diskussion geworfenen "Erziehungscamps" erreicht werden kann und/oder sollte stelle ich aber doch in Frage, genauso wie deren Vereinbarkeit mit dem Prinzip der Menschenwürde. Vielmehr muss versucht werden, zum Beispiel durch die engere Zusammenarbeit mit Sozialarbeitern, bei den Jugendlichen ein größeres Bewusstsein für die Falschheit ihrer Taten und auch für die Konsequenzen dieser Taten für die Opfer zu schaffen. Denn oftmals ist nicht eine konsequente kriminelle Neigung, sondern ein mangelndes Schuldbewusstsein Ursache einer Karriere als Serientäter und an diesem kann einfaches Wegsperren wohl nur in den seltensten Fällen etwas ändern. Wie allerdings dieser Bewusstmachungsprozess konkret idealerweise von statten gehen sollte, kann ich nicht konkret vorschlagen, da mir hierzu definitiv das pädagogische Wissen fehlt um da eine adäquate Lösung zu präsentieren.

So ich denke damit hab ich fürs erste meine Position ausführlich genug dargestellt, mal sehen was es noch für Reaktionen geben wird.

6.1.08 22:01


Best of, Teil 2

Nach der Liste zu meinen favorisierten Songs, kann ich nun die Liste meiner favorisierten Filme präsentieren. Hier sind es wieder fünfundzwanzig geworden, wobei es mir hier noch viel schwerer gefallen ist, selbst diese Grenze einzuhalten. Es müssen einfach zu viele empfehlenswerte Filme auf eine Erwähnung verzichten. Aber genug davon, hier nun die Liste und ansonsten einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr.

Top 25 Best Movies

1. Der Pate

2. Natural Born Killers

3. Apocalypse Now (redux)

4. The Big Lebowski

5. 21 Gramm

6. Clerks

7. Reservoir Dogs

8. 2001: Odyssee im Weltraum

9. Planet der Affen

10. Saw

11. Armee der Finsternis

12. Sin City

13. V wie Vendetta

14. Batman Begins

15. Gods Army

16. Trainspotting

17. Mystic River

18. Sieben

19. Bube, Dame, König, Gras

20. Tote tragen keine Karos

21. Donnie Darko

22. Lost Highway

23. The Night of the living Dead

24. American History X

25. Bill und Teds verrückte Reise durch die Zeit

31.12.07 13:55


Best Of

Weihnachten liegt nun hinter uns, Silvester steht direkt bevor. Ein weiteres Mal durchleben wir die Zeit des Jahreswechsels, die einen fröhlich, die anderen eher mit zwiespältigen Gefühlen. Aber ich will jetzt nicht das große Thema, welche Bedeutung diese Zeit hat, anfangen, stattdessen möchte ich einen Beitrag leisten zu etwas, was ebenfalls zu dieser Zeit recht üblich ist: Bestenlisten, seien es nun die besten Filme, Songs, Bücher oder was auch immer, speziell in dieser Zeit kommen diese Listen immer häufiger ans Tageslicht. Ich will jetzt keine jahresspezifischen Listen abliefern, sondern mehr so ungefähr eine Liste an All-Time-Favourites, wenn auch sowohl Platzierung als auch Zusammensetzung nie völlig fest sein kann und auch nicht soll. Anfangen will ich mit einer Liste meiner favorisierten Songs. Eigentlich sollten es nur zehn werden, doch letztendlich konnte ich die Liste nicht kleiner als fünfundzwanzig halten. Es wird auf alle Fälle noch eine Liste für Filme kommen, womit ich sonst noch aufwarten werde, muss sich zeigen. Die Listen können gerne kommentiert werden, oder wer mag, kann auch seine eigene verfassen. Aber jetzt die Liste, ganz ohne weitere Erklärungen, da jeder Song auch so seinen eigenen Grund hat, warum er es in die Liste geschafft hat und es würde etwas zu lange dauern, dass alles aufzuführen.

Top 25 Best Songs:

1. Live - The Dolphin's Cry

2. The Cult - Painted on my Heart

3. Amy Winehouse - You know I'm no good

4. ASP - Ich will brennen

5. Muse - Muscle Museum

6. Mad Season - River of Deceit

7. Schandmaul - Kalte Spuren

8. Project Pitchfork - Timekiller

9. Godsmack - Moon Baby

10. Janus - Ich will seinen Kopf

11. Nick Cave - The weeping Song

12. Subway to Sally - Wenn Engel hassen

13. Starsailor - Alcoholic

14. Lacrimosa - Der Morgen danach

15. System of a Down - Spider

16. Led Zeppelin - Stairway to Heaven

17. Pink Floyd - Welcome to the Machine

18. Megaherz - An deinem Grab

19. Hypnogaja - Quiet

20. The Kinks - I'm not like everybody else

21. Persephone - Guardian Angel

22. Die Toten Hosen - Ich bin die Sehnsucht in dir

23. Erben der Schöpfung - Niemand kennt den Tod

24. L'ame Immortelle - Aus den Ruinen

25. Gus - Don't fear the Reaper

30.12.07 21:04


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