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Halloween

So, nun komme ich endlich mal dazu den Blog wieder zu beleben. Und hierzu hab ich mir dieses Mal Halloween ausgesucht. Wie viele sicher wissen handelt es sich dabei um die seit vielen Jahren erfolgreiche und oft fortgesetzte Reihe um den Serienkiller Michael Myers. Ich will hier nun nicht die ganze Serie rekapitulieren, sondern nur den neusten Ansatz der Serie unter der Leitung von Rob Zombie, welcher nicht mehr nur eine weitere Rückkehr von Michael Myers sein soll, sondern wieder ein Versuch, die gesamte Geschichte um Michael zu erfassen und ist deswegen konsequenterweise eben auch wieder einfach nur Halloween betitelt.

Zombie geht in einigen Bereichen einen neuen Weg ohne jedoch den Bezug zum Original zu verlieren. Der größte Unterschied besteht darin, wie er die Story am Anfang angeht. Statt eine Gruppe junger Menschen zu zeigen, die sich Legenden von einem geheimnisvollen Mörder zu erzählen, beginnt er weit früher. Er zeigt den zehnjährigen Michael im Umfeld seiner Familie, welche man eigentlich am Besten mit dem Klischee des White Trash vergleichen kann. Zudem wird seine Außenseiterrolle in der Schule verdeutlicht, wo er vor allem unter dem Ruf seiner Familie zu leiden hat. Über diese in mehreren Situationen dargestellten Lebensumstände scheint Michael vermehrt den Bezug zur Realität zu verlieren und sich in eine Phantasiewelt zu flüchten, in der er der Starke sein kann. Mehr und mehr versucht er diese Welt auch in die reale Welt zu bekommen, was auch darin deutlich wird, dass er beginnt ständig Masken zu tragen und sich so in die Sicherheit eines Alter Egos flüchtet. Dies geht soweit bis er am Halloween-Abend seine ersten Morde begeht, für die er aber gefasst wird und daraufhin in die Psychiatrie gesperrt wird. Auch hier begleitet Zombie Michaels Entwicklung noch eine Weile. Michaels Faszination für Masken wird immer stärker und er weigert sich ab einem gewissen Zeitpunkt völlig, ohne eine Maske vor andere Leute zu treten. Ab einem gewissen Zeitpunkt hört er auch auf zu sprechen und zieht sich immer weiter in seine eigene Welt zurück, während für ihn scheinbar alles um ihn herum unbedeutend wird, ja ihn scheinbar kaum noch erreicht.

Diese Entwicklung streckt sich über etwa fünfzehn Jahre, bis an einem weiteren Halloween-Abend die Situation in der Psychiatrie eskaliert, als einer der Pfleger und ein Freund von ihm anfangen ihre sadistischen Späße mit den Patienten und eben auch Michael zu treiben. Dies endet in einem plötzlichen Ausbruch der Gewalt von Michael, in dessen Folge er aus der Psychiatrie flieht und sich auf den Weg zurück in seinen Heimatort macht. Von hier an nimmt Rob Zombie die klassische Vorlage endgültig auf um nun den Geschehnissen des Originals fast penibel zu folgen, ohne dessen Geschichte neu zu erzählen. Er betreibt hier eine Hommage an ein Genre, welches neben Halloween seinen wichtigsten Ursprung in Freitag, der 13. hat. Hierbei versucht er erst gar nicht, krampfhaft neue Elemente einzuführen, wie es so oft in modernen Ansätzen im Genre des Slasher-Films versucht wird, sondern bleibt ganz konsequent beim Grundgerüst der Klassiker ohne hier noch mal großartig in Experimente zu verfallen.

Mein Fazit zu Rob Zombies Versuch einer Neubelebung von Halloween ist ein durchweg positives. Durch den Ansatz, die psychologische Vorgeschichte von Michael Myers zu erzählen, fügt er der Story eine sehr eigene und zudem interessante und gut umgesetzte Variante hinzu. Zusätzlich dazu präsentiert er im zweiten Teil des Films eine fast schon als liebevoll zu bezeichnende Hommage an ein ganzes Genre, welche gerade durch ihre konsequente Freiheit von Neuerungen überzeugt. Diese Eindruck einer durchdachten Hommage wird noch dadurch verstärkt, dass sich Zombie die Riege der Nebendarsteller in großem Maße bei Veteranen des B-Movie-Horrorfilms zusammengeholt hat, woran sich wohl jeder Kenner und Liebhaber dieser Art von Filmen erfreuen kann. So begegnen uns hier Größen wie Malcolm McDowell, Brad Dourif, Udo Kier und Danny Trejo. Doch nie verkommt der Film zu einem reinen Schaulaufen von Stars des Genres, sondern vielmehr sind alle diese Rollen sinnvoll in den Film eingearbeitet und erfüllen dort ihre jeweilige Funktion, während die jeweils ausgewählten Schauspieler beim Kenner noch ein leichtes Gefühl der Nostalgie erzeugen. Deshalb kann ich eben auch diesen Genrekennern, den Film am meisten ans Herz legen, wer nur gut Freund mit modernen Horrorfilmen ist, könnte sich hier womöglich etwas langweilen, da das Erzähltempo wie eben in den erwähnten Klassikern des Genres bedeutend langsamer ist, als in moderneren Ansätzen. Und wer vor diesem Film noch nichts mit dem Genre anfangen konnte, wird wohl auch hier nicht erleuchtet werden.

22.12.07 14:23


Mass Effect

Mass Effect ist Donnerstag bei mir angekommen und nimmt schon viel zu viel Zeit in Anspruch. Wenn ich mich mal länger losreißen kann, werd ich mal einen Bericht dazu abgeben, bisher ist es aber zu gut, als dass ich das könnte...

Also erwartet erstmal nicht so viel hier. Und jetzt werd ich dann doch mal schlafen gehen.

25.11.07 04:53


Garden State

Garden State erzählt die Geschichte von Andrew Largeman, der von allen nur Largeman oder kurz Large genannt wird. Er ist ein junger Mann irgendwo Mitte 20, der in Los Angeles lebt, wo ihn einst die Schauspielerei hinverschlagen hatte. Doch offensichtlich ist diese Karriere gescheitert und er treibt nur noch ziellos durchs Leben, während er sich als Kellner in einem thailändischen Restaurant über Wasser hält.

Gespielt wird Largeman von Zach Braff, der sich gleichzeitig für das Drehbuch und die Regie verantwortlich zeigt, was er speziell für sein Debut als Filmemacher sehr gut unter einen Hut bekommt.

Zu Beginn des Films scheint Largeman jeglichen Bezug zu seiner Umwelt verloren zu haben und keinen eigenen Antrieb zu besitzen, daran großartig etwas zu ändern. Durch den Unfalltod seiner Mutter wird er aber gezwungen zu ihrer Beerdigung zurück in seine alte Heimat zu fliegen und sich dort seiner Vergangenheit zu stellen. Diese Vergangenheit besteht zu allererst aus seinem Vater, zu dem er ein äußerst zwiespältiges Verhältnis aufweist, weswegen er jahrelang versucht hatte, ihm jeglichen Zugang zu seinem Leben zu verweigern.

Aber zurück in der alten Heimat wird er nicht nur mit seinem Vater, sondern auch mit seinen alten Freunden, zu denen er ebenfalls jeglichen Kontakt verloren hatte, konfrontiert. Es zeigen sich schnell gewisse Probleme, den alten Kontakt wieder herzustellen, da sich mit der Zeit eine große Distanz zwischen ihm und seinen Freunden gebildet hat. Doch bei den Freunden scheint der Wille dazu trotzdem da zu sein und Largeman zeichnet sich anfangs durch eine völlige Indifferenz dazu aus, weswegen er sich einfach mitreißen lässt, aber doch irgendwie immer nur Beobachter bleibt. Seine alten Freunde scheinen aber durchaus auch mit ähnlichen Problemen wie er zu kämpfen. Sie haben ihren Platz im Leben nicht wirklich gefunden, wissen aber auch nicht wirklich, was sie sich von ihrer Zukunft erwarten und statt sich zu entscheiden und etwas zu unternehmen, lassen sie sich nur vom Leben zwischen Drogen, Partys und belanglosen Jobs hin und her treiben.

Doch für Largeman ändert sich viel als Sam, die hervorragend von Natalie Portman gespielt wird, in sein Leben tritt. Sie ist eine sehr ungewöhnliche Person, die aus ihrem ebenfalls tristen Alltag versucht mehr herauszuholen, indem sie ihre Phantasie spielen lässt und sich immer neue Geschichten ausdenkt, die ihr Leben interessanter erscheinen lassen sollen. Mit ihrer völlig anderen Sicht auf die Welt wirbelt sie Largemans Leben gehörig durcheinander und so langsam löst sich sein Schleier aus Gleichgültigkeit gegen sich selbst und seine Umwelt etwas auf. Dadurch wird aber nicht, wie so oft in als romantisch titulierten Filmen, plötzlich alles gut, sondern es treten mehr und mehr die unter diesem Schleier begrabenen Probleme und Konflikte wieder hervor, ohne dass sofort ein Ausweg daraus präsentiert wird.

Mein Fazit für Garden State ist, dass dies mal ein tatsächlich romantischer Film ist, und nicht wie so viele Filme, in denen es um Liebe geht, einfach sehr schnell in Belanglosigkeit und Kitsch abgleitet. Die Geschichte von Largeman und Sam wird sehr ruhig, und oft auch sehr melancholisch erzählt, doch immer wieder erwachsen aus diesen melancholischen Szenen die wirklich romantischen Szenen. Die schauspielerische Leistung von Zach Braff und Natalie Portman tragen die Handlung und vor allem die Emotionen hervorragend, wodurch sich trotz der sehr ruhigen Erzählweise der Film jederzeit erfolgreich davon fernhält langweilig zu werden, stattdessen gelingt es ihnen hervorragend auch ohne Dialoge die größer werdende Bindung zwischen ihnen deutlich werden zu lassen. Immer möchte man wissen, wie sich die Geschichte weiterentwickelt, und das betrifft auch nicht nur die zwischen Largeman und Sam, sondern auch die seiner Freunde und die, des Konfliktes von Largeman und seinem Vater. Dies ist auch ein großes Faktor, der dazu beiträgt, den Film vom üblichen Liebesfilmkitsch fernzuhalten, da er nie dazu verkommt, nur die Geschichte dieser beiden Personen zu erzählen und irgendwann auf dem Weg einfach die irgendwann einmal eingeführten Nebencharaktere zu vergessen. Stattdessen bleiben sie immer ein wichtiger Teil des Films und geben diesem so deutlich mehr Tiefe. Am Ende bleibt ein Film, der einen mit einer Gruppe von Menschen konfrontiert, die ihren Bezug zur Gesellschaft in der einen oder anderen Weise verloren haben, da sich bei ihnen allen nie das erfolgreiche Leben eingestellt hat, wonach die heutige Gesellschaft scheinbar fast ausschließlich die Menschen bewertet. An diesem Anspruch gescheitert bleiben die Charaktere verunsichert zurück und suchen nach etwas, was sie selbst weiter als Individuen definieren kann, um mehr sein zu können, als die an den Ansprüchen der Gesellschaft, ihrer Familien, aber auch ihren eigenen Gescheiterten. Zu keinem Zeitpunkt liefert der Film Antworten oder Wege aus den Unsicherheiten, die alle Charaktere plagen, nur die Feststellung, dass man sie nie loswerden kann, solange man immer nur versucht, vor ihnen wegzulaufen. Und das ist der Punkt, wo Garden State wirklich romantisch wird. Denn letztendlich sind es allein diese Unsicherheiten, die Largeman und Sam so eng verbinden und so bleibt die Botschaft, dass nicht mal die Liebe alles gut machen kann, aber sie kann der Grund sein, sich wirklich seinen Unsicherheiten, Ängsten und Zweifeln zu stellen, und zwar gemeinsam. Niemand muss perfekt sein für die Liebe, vielmehr wird nur die Bereitschaft gebraucht, den mal schweren, mal leichten Weg gemeinsam zu gehen. Zum Schluss kann ich nur noch sagen, dass man Zach Braff wirklich für dieses Werk danken kann, welches so überdeutlich zeigt, dass sich seine Talente beileibe nicht nur auf Comedy reduzieren. Ich kann diesen Film wirklich jedem empfehlen, der sich wenigstens noch ab und zu die großen Fragen des Lebens stellt.

21.11.07 15:54


Homepage

Die Homepage der berühmten, aber vor allem berüchtigen Fleischkeks Foundation ist nun online und kann von allen da draußen bewundert werden.

Design und Hosting verdankt die Welt dem Killerkeks und sollte diesem dafür auf ewig dankbar sein und ihm huldigen.

http://www.fk-foundation.de.vu

21.11.07 05:33


Botched

Bei Botched aus dem Jahr 2007 von Regisseur Kit Ryan handelt es sich um eine sehr unterhaltsame Horror-Splatter-Komödie, die recht harmlos, wie ein gewöhnlicher Actionfilm, beginnt.

Hauptperson Ritchie, gespielt von Stephen Dorff, nimmt teil an einem Diamantenraub. Zu Anfang läuft alles wunderbar, doch auf der Flucht geht plötzlich alles schief und Ritchie verliert die Beute. Dies bringt ihn nun natürlich in eine sehr schlechte Verhandlungsposition gegenüber seinem Auftraggeber, Mr. Groznyi, gespielt von Sean Pertwee. Eigentlich sollte es Ritchies letztes Verbrechen sein, bevor er aus Russland zurück in seine amerikanische Heimat fliegt. Doch wegen des Scheiterns besteht sein als kompromissloser Mafiaboss auftretender Auftraggeber darauf, dass er noch einen letzen Auftrag durchführt. Er soll aus einem Hotel mit zwei Helfern ein goldenes Kreuz stehlen, welches einst Ivan dem Schrecklichen gehört haben soll. Ohne große Alternativen stimmt Richie dem Ganzen zu und macht sich auf den Weg. Der Raub läuft auch erfolgreich, auch wenn bereits erste Probleme auftreten, da einer seiner beiden Helfer die ursprüngliche Besitzerin des Kreuzes erschossen hat. Deswegen verschwinden sie sofort wieder in den Lift, um schnellstmöglich zu verschwinden. Trotz der energischen Versuche, andere Personen aus dem Lift fernzuhalten, bildet sich eine kleine Gruppe skurriler Charaktere, die mit ihnen im Lift mitfahren.

Hier endet nun der Prolog und die eigentlich tragende Handlung beginnt sich zu entwickeln. Auf dem Weg nach unten bleibt der Lift plötzlich im 13. Stock stehen. Gleichzeitig hört man über Funk, dass die Sicherheitsleute von dem Mord erfahren haben und nun nach den Tätern suchen. In einer Kurzschlussreaktion nehmen die drei Diebe die anderen Personen im Lift als Geiseln und verlassen mit ihnen den Lift. Sie sperren die Gruppe in einen kleinen Raum, während sie über Funk mit den Sicherheitskräften verhandeln und vereinbaren, zuerst einmal eine Geisel als Zeichen des guten Willens freizulassen. Um diese auszuwählen fragen sie einfach die Gruppe von Geiseln, wer gerne frei gelassen werden würde und derjenige, der sich als erster gemeldet hat, wird dann mitgenommen. Er wird zum Lift gebracht, wo der Austausch stattfinden soll. Doch hier ist der Punkt erreicht, an dem Botched den Schritt vom standardmäßigen Actionfilm hin zum Horror-Splatter-Film macht.

Als sich die Tür des Liftes öffnet erscheint dahinter niemand von den Sicherheitskräften, sondern zuerst sieht man nur Finsternis. Plötzlich schnellt eine große Gartenschere aus dem Dunkel hervor und kurz darauf sieht man nur noch den Körper der Geisel, der nun der Kopf fehlt und die stattdessen die gesamte Umgegend mit Blut besudelt. Ritchies kolerischer Mittäter greift sich nach einem kurzen Moment des Schocks den Kopf der Geisel und bringt diesen zurück zu Ritchie, worauf natürlich schnell die Diskussion entbrandet, wo man hier hinein geraten ist. Während Ritchie versucht, auf dem Stockwerk genauere Hinweise zu finden, beginnen die Geiseln zu planen, wie sie die Kontrolle übernehmen könnten, wodurch das Chaos endgültig perfekt wird.

Von hier aus entfaltet sich nun das für Horrorfilme wie Halloween typische Psychospiel zwischen dem unbekannten Killer und der in Panik nach einem Ausweg suchenden Gruppe von Unschuldigen, die mit der Zeit immer stärker dezimiert wird. Ergänzt wird dies noch durch ein ständiges Wechseln der Allianzen derer, die sich dem Killer erwehren wollen, was in großem Maße durch die schon ursprünglich vorhandene Aufteilung in Geiselnehmer und Geiseln begründet ist, sich aber nicht daran festhält, sondern im Folgenden sehr dynamisch entwickelt. In der Folgezeit wird es nun viele sehr brutale und blutige Szenen zu sehen geben, welche aber völlig überzeichnet und teilweise bis ins comichafte verzerrt werden, wodurch sie einen sehr humoristischen Charakter verliehen bekommen. Zudem werden diese Abschnitte immer wieder von absonderlichen Randereignissen durchbrochen, die das Ganze noch weiter von einem ernsthaften Horrorfilm entfernen.

Mein Fazit zu Botched ist nun, dass hier in sehr gekonnter Weise mit den Genreklischees der Art von Horrorfilmen wie Halloween, Freitag der 13. und ähnlichen gespielt wird, dass aus einem an sich klassisch aufgebauten Film (Von der fragwürdigen Begründung, warum die jeweiligen Personen an den Ort der Handlung gelangt sind, über die ersten auftretenden Ereignisse, die immer mehr Misstrauen sähen bis hin zum finalen Duell mit dem lange Zeit im Verborgenen arbeitendem Psychopathen) durch völlige Überzeichnung der Gewaltszenen und konstantes Einstreuen abstruser Dialoge und Ereignisse eine sehr unterhaltsame Komödie mit extrem hohen Blutgehalt gemacht worden ist, bei der neben einigen Unklarheiten der Storyline nur eine wirkliche Frage für mich offen bleibt: Wie konnte die FSK die Ansicht gewinnen, es wäre sinnvoll, diesen Film ab 16 freizugeben. Aber gut, auch 300 hat das geschafft, was mir bis heute ebenfalls ein Rätsel ist. Botched ist insgesamt in der Anlehnung ans Genre sehr konsequent inszeniert und erreicht durchweg guten Genrestandart, doch zu etwas besonderen wird er eben erst durch diese Art, das ganze aus dem Genre Horror mehr und mehr in das der Komödie herüber zu ziehen, ohne dabei aber die klassischen Szenen eines Horrorfilms irgendwann wegzulassen. Stattdessen wird alles vom Regisseur und den durchweg gut agierenden Schauspielern mit einander verbunden, sodass das eine jeweils das andere ergänzt. Neben dem Regisseur für das Gesamtkonzept und deren konsequente Einhaltung, muss eben auch den Schauspielern ein Kompliment gezollt werden, die ihre teilweise extrem ins klischeehafte verzerrten Charaktere immer überzeugend dargestellt haben, auch dann, wenn dies eben konsequenterweise hieß, dass alle Grundlagen einer überzeugenden Charakterdarstellung an sich dabei über Bord geworfen werden mussten. Deswegen bleibt abschließend nur zu sagen, dass dieser Film meine uneingeschränkte Empfehlung für jeden Freund des Genres bekommt, wohingegen Menschen, die bisher nichts mit blutigen Schockeffekten und darauf aufbauendem, teilweise sehr krudem Humor anzufangen wussten, auch hier nicht unbedingt bekehrt werden dürften.

18.11.07 19:55


Black Sheep

Hallo erstmal. Nach einem recht stressreichen Wochenende und einem eher melancholischem Montag will ich den Tag heute für eine Rezension von Black Sheep nutzen

Bei Black Sheep handelt es sich um eine neuseeländische Horrorkomödie aus dem Jahr 2006 von Jonathan King. Die Werbezeile zu dem Film lautet Prepare for the Violence of the Lambs. Hier gibt man neben der Anspielung auf die Thomas Harris-Verfilmung Silence of the Lambs (Das Schweigen der Lämmer) vor allem schon ein wenig vom Inhalt Preis. Der Aufhänger des Films sind nämlich durch Genmanipulation veränderte Schafe, die extrem aggressiv geworden sind und Gefallen daran gefunden haben, Menschen zu essen. Zudem infizieren sie Menschen durch einen Biss, wodurch diese sich nach und nach in eine Art Werschaf verwandeln.

Die Handlung beginnt ganz idyllisch auf einer Farm, wo zwei junge Brüder zusammen mit ihrem Vater eine Schafherde hüten. Kurz darauf hält aber bereits der erste Schrecken Einzug im Film, vor allem für den jüngeren Bruder. Denn sein älterer Bruder hat ein Schaf geschlachtet, um sich dessen Fell und Kopf noch völlig blutverschmiert überzuwerfen, um den kleinen Bruder im dunklen Schuppen damit zu erschrecken. Dies gelingt ihm so gut, dass bei seinem Bruder eine bleibende Angst vor Schafen entsteht. Deshalb verlies er auch die Farm und überlies diese ganz seinem großen Bruder. Um dies nun auch endgültig festzumachen kehrt er als Erwachsener wieder zur Farm zurück, wo sich schon so langsam andeutet, dass mit den Schafen etwas nicht stimmen könnte, da der große Bruder die Zeit genutzt hat, um genetische Experimente an ihnen durchzuführen, um das Schaf der nächsten Generation zu kreieren.

Durch die Intervention von zwei militanten Umweltschützern werden diese veränderten Schafe freigesetzt und beginnen ihren „Rachefeldzug“ gegen die Menschheit. Die Hauptgruppe, die sich den bösartigen Schafen entgegenstellt, bildet sich aus eben dem erwähnten kleinen Bruder, dann aus dem derzeitigen Schäfer der Farm, der zwar etwas dümmlich erscheint, aber immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat, egal wie ausweglos die Situation ist und an alles sehr pragmatisch herangeht, und der jungen Frau Experience, die eine der beiden Naturschützer war, die die Schafe erst befreit haben, unwissend was sie damit anrichten, und nun hin und her gerissen ist zwischen ihren Idealen und ihrem schlechten Gewissen, wegen der Auswirkung ihrer Tat. Der andere Tierschützer hingegen wurde das erste Opfer der Schafe. Diese Gruppe bewegt sich nun durch einen standardmäßig konstruierten Horrorfilm, in dem sie mehr oder weniger permanent von den Monstern verfolgt werden, während sie nach dem Ursprung und einer Lösung für das Problem suchen, nur das eben das Problem Schafe sind. Hierbei wechselt der Film immer wieder zwischen Horror-typischen Situationen und rein humoristisch angelegten Szenen, wobei insgesamt die Verflechtung dieser beiden Kontraste sehr gut gelungen ist.

Mein Fazit zu dem Film ist, dass hier sehr gekonnt Horrorfilme auf die Schippe genommen werden, indem im Prinzip ein gewöhnlicher Horrorfilm inszeniert wird, dessen Potential zu ängstigen aber dadurch ad absurdum geführt wird, dass eben die Furcht einflößenden Gegner nur wollige Schafe sind. Dies wird noch dadurch verstärkt, was ich auch sehr positiv finde, dass im Gegensatz zu vielen ähnlichen, etwas ernster angelegten Tierhorrorfilmen die Schafe durch die Genmanipulation zwar ein völlig anderes Verhaltensmuster bekommen, sich aber nicht optisch verändern, wodurch sie weiterhin völlig unbedrohlich aussehen. Das trägt auch ganz massiv zur permanent präsenten Situationskomik bei, welche noch durch oft sehr lustige Dialoge unterstützt wird. Es gibt wirklich viel zu Lachen bei Black Sheep, was natürlich nur gut ist bei einer Komödie. Allerdings sollte man nicht verheimlichen, dass es sich trotz allem noch in irgendeiner Weise um einen Horrorfilm handelt und dieser nicht mit Splatter, Gore und Schafen, die Menschen zerfleischen, spart, wodurch er sich auch seine Ab 18-Freigabe redlich verdient hat. Deswegen kann ich den Film niemandem empfehlen, der mit diesem Genre an sich nichts anfangen kann. Wenn man allerdings Fan dieses Genres ist und nicht darauf besteht, dass immer alles ernst genommen wird, dann kann man sich mit diesem Film bestens unterhalten und bekommt einen Abend mit vielen Lachern und auch manchen später noch zitierfähigen Dialogen geboten.

13.11.07 16:47


Resident Evil: Extinction

So nun hab ich auch Resident Evil: Extinction gesehen, den dritten Teil der von der gleichnamigen Videospielserie inspirierten Filmreihe. Zu diesem Film will ich nun hier eine Rezension verfassen.

Der Film beginnt in dem neuen Hauptquartier der Umbrella Corporation und zeigt dort Experimente mit Klonen des Milla Jovovich-Charakters Alice. Diese sollen dazu dienen, ein neues Serum zu entwickeln, welches es ermöglichen soll, die Zombies unter Kontrolle zu bringen, indem es den Zombies ein Mindestmaß an Selbstkontrolle und Verstand zurückgibt, um so die Bedrohung auszuschalten und gleichzeitig mehr oder weniger willenlose Arbeitskräfte für die Umbrella Corporation zu produzieren. Allerdings schlagen diese fehl und sorgen nur für aggressivere und stärkere Versionen der Zombies. Deshalb betont der Leiter des Wissenschaftsprojekts die Bedeutung, die Original-Alice zu fassen zu bekommen, da deren Blut zur Herstellung des Serums viel geeigneter wäre.

Im Folgenden tritt dann auch wieder eben diese Alice in den Vordergrund der Handlung. Mit dem Verlassen des Hauptquartiers Umbrellas wird deutlich, dass die Zombies sich mittlerweile über die ganze Welt verbreitet haben und zur dominanten Spezies geworden sind, während Menschen nur noch in kleinen Gruppen auftreten, die sich entweder verstecken oder permanent auf der Flucht sind. Alice ist derzeit auch allein unterwegs, allerdings auf der Suche nach vereinzelten Personen, die Hilfe brauchen. Durch einen vorgetäuschten Hilferuf wird sie zu einer Gruppe von Leuten gelockt, die jeden Bezug zu Moral verloren haben und sich stattdessen am Leid anderer weiden. Letztendlich versuchen sie, Alice in einer Art Arenakampf an durch den T-Virus mutierte Hunde zu verfüttern. Dies geht allerdings wenig überraschend schief und letztendlich ist es die Gruppe Psychopathen, die hier ihr Ende findet. Die Hunde selbst sind eine nette Remineszens an die Spielevorlage, welche allerdings leider ziemlich allein bleiben wird.

Stattdessen scheint sich der Film viel mehr um Bezüge zu anderen Filmen zu bemühen. In der nächsten Szene wird nämlich eine weitere Gruppe von Leuten eingeführt, und zwar diejenige, die in einer Gruppe schwer gepanzerter und bewaffneter Fahrzeuge durchs Land fährt um Überlebende zu finden und diesen zu helfen. Dies ist so ziemlich die typische Zusammensetzung aus so zahlreichen Zombie-Endzeit-Filmen, dass man es schon fast komisch finden könnte, wenn es nicht einfach nur klischeehaft bleiben würde. Nach einer gewissen Übergangszeit wird dieser Convoy von einem riesigen Schwarm vom T-Virus veränderter Krähen angegriffen, die sich vorher auf umliegenden Strommasten und Häusern gesammelt haben, bevor sie alle angriffen. Dies wirkt auf mich wie eine Anspielung auf den Hitchcock-Klassiker Die Vögel, allerdings gelingt es dieser Szene kaum, auch nur annähernd eine so bedrückende Atmosphäre zu kreieren wie Hitchcock in seinem Film. Im Laufe der Szene sieht es so aus, als ob der gesamte Trupp diesem zum Opfer fallen würde, bis plötzlich Alice selbst am Ort des Geschehens auftaucht und die Flammen aus einem außer Kontrolle geratenem Flammenwerfer durch ihre völlig unerklärt weiterentwickelten, übernatürlichen Fähigkeiten unter Kontrolle bringt und so verstärkt und lenkt, dass diese den ganzen Krähenschwarm verbrennen. Von da an ist Alice dann mit dieser Gruppe verbunden, die letztendlich aus genau denselben Charakteren besteht, wie in jedem anderen ähnlich gelagertem Film.

Aufgrund völlig vager Gerüchte, dass es irgendwo in Alaska eine abgeschiedene Siedlung geben soll, die völlig unberührt von Zombieinfektionen geblieben ist, entscheidet die Gruppe, gemeinsam dort hinzufahren, da sie sonst auch keine große Hoffnung mehr besitzt. Allerdings müssen sie sich erst Benzin besorgen, um die Reise antreten zu können und der einzige Ort in der Nähe, wo sie noch solches vermuten, ist das nicht allzu weit entfernt liegende Las Vegas. Las Vegas selbst bietet einen interessanten Anblick, da es im Verlauf der letzten Jahre, in dem sich niemand mehr wirklich darum gekümmert hat, völlig versandet und kaum noch wieder zu erkennen ist. Statt der durchaus erwarteten normalen Zombieangriffe passiert erstmal gar nichts, bis der Trupp von einer Gruppe der von Umbrella manipulierten Zombies angegriffen werden, die als Ablenkungsmanöver fungieren sollen, während Umbrella nun versucht Alice habhaft zu werden. Nach einem sehr actionreichen und durchaus ansehnlichen Gefecht scheitert dies schließlich und Alice erfährt, wo sich die neue Basis befindet, worauf sie entscheidet, den Kampf dorthin zu tragen um das Problem Umbrella endgültig auszuschalten.

Während dem Angriff wurde auch der Leiter des Forschungsprojekts von einem der Zombies gebissen, weshalb dieser sich zurück im Hauptquartier Unmengen des Serums spritzt, was ihn allerdings auch nicht heilt, sondern langsam mutieren lässt. Dadurch wird er zum einzigen wirklichen Bezugspunkt zu den Spielen, da er sich vom Stil her in einem den üblichen Bossgegnern der Serie ähnliches Wesen verwandelt. Nachdem Alice der Zugang zum Umbrella-Gebäude gelungen ist, mündet dann auch alles in einen Endkampf dieser beiden. Das darauf folgende Ende wird sehr offen gehalten, wodurch ganz offensichtlich ein Anknüpfpunkt für einen vierten Teil geschaffen werden soll, wenn auch dieser Anknüpfpunkt sehr seltsam geartet ist.

Mein persönliches Fazit zu Resident Evil: Extinction ist, dass es zwar ein durchweg ordentlicher, stellenweise sogar gut inszenierter Film ist, allerdings der Bezug zur namensgebenden Spieleserie endgültig verloren gegangen ist. Diese Verbindung war schon in den beiden Vorgängern eher dünn, aber noch durchaus klar zu erkennen, wohingegen sich der Film hier völlig von Handlung und Setting der Spiele verabschiedet. Zwar werden hier weitere Charaktere aus der Spieleserie eingeführt (Claire Redfield, Wesker), allerdings nehmen diese keine signifikante Rolle ein, sondern erfüllen nur Standartrollen, die so in jedem ähnlich gelagerten Horrorfilm auftauchen könnten, weshalb hier deren Namen die einzige Verbindung zum Spiel bleiben. Die einzigen wirklichen Anspielungen sind die mutierten Hunde und der zum Bossgegner verwandelte Wissenschaftler, aber auch die bleiben nur stilistische Anspielungen, keine konkreten Verbindung. Der gesamte Stil des Films scheint sich vielmehr an der …of the Dead-Reihe von Georg A. Romero zu orientieren, wodurch der ganze Film entfernt an eine Neuauflage von Day of the Dead erinnert. Dies ist natürlich kein grundsätzlicher Fehler, allerdings entfernt der Film sich dadurch nur noch weiter von seiner eigentlichen Vorlage. Eine weitere Anspielung auf andere Filme erscheint mir das Hologramm, welches im Umbrella-Hauptquartier die künstliche Intelligenz des Computer-Systems repräsentiert. Dies tritt als ein kleines, dunkelhaariges Mädchen in einem weißen Kleid auf, was genau so aus einem reichen Arsenal an japanischen Horrorfilmen entsprungen sein könnte. Dies bleibt allerdings eher eine weitere willkürlich eingefügte Randerscheinung, ganz im Gegensatz zu dem fast schon hommagehaften Umgang mit dem Genre begründenden Werk Romeros, welche aber nicht nur den Aufbau hier, sondern im ganzen Genre, sowohl von Handlung als auch der Bildsprache massiv beeinflusst hat, weswegen nicht wirklich deutlich wird, ob diese Hommage wirklich gedacht ist oder doch nur ein Nebenprodukt dessen ist, dass man sich ganz einfach massiv beim Mainstream dieses Genres bedient hat. Insgesamt finde ich, dass man Resident Evil: Extinction durchaus als einen unterhaltsamen Film beschreiben kann, der zwar dem Genre absolut nichts Neues hinzufügt, aber alles vorhandene durchaus ordentlich verarbeitet und sehr professionell inszeniert. Dies gilt aber nur, solange man sich eben auch nur einen unterhaltsamen Zombie-Endzeit-Film wünscht, sobald man aber eine zumindest ansatzweise würdige Umsetzung der Spielvorlage erwartet, wird man völlig enttäuscht werden, denn bis auf den Namen selbst, haben mit diesem Film die Filmreihe und die Spielreihe kaum noch etwas gemeinsam. Resident Evil: Extinction ist sicher kein schlechter Film, allerdings sollte er einfach einen unabhängigen Titel haben, statt den Eindruck zu erwecken, eine Verfilmung der Spiele sein zu wollen, denn als solche kann man den Film nur als völlig misslungen bezeichnen. Dies ist nicht nur wegen dem Film an sich und der eigentlichen Vorlage sehr schade, sondern auch, weil alle teilnehmenden Schauspieler eine sehr ordentliche bis gute Leistung abliefern, wobei hier die Leistung Milla Jovovichs durchaus wieder mal positiv hervorzuheben ist. Keinen der Darsteller kann man als Totalausfall bezeichnen, was in Filmen dieses Genres ja schon fast eine Seltenheit ist. Dies macht den Film durchaus noch ein klein wenig empfehlenswerter für jeden, der die Vorlage nicht kennt oder einfach ignorieren kann und etwas mit dem Genre des Zombiefilms anfangen kann. Keinesfalls ist er aber ein Meisterwerk, mit dem man Leute zu diesem Genre bringen könnte, die dazu bisher keine Verbindung haben. Wer sich allerdings noch immer eine würdige Filmumsetzung der Vorlage wünscht, kann nur hoffen, dass irgendwann in Zukunft sich noch mal jemand anderes als die für diese Filmserie Verantwortlichen des Stoffes annimmt und sich dann etwas deutlicher an der Vorlage orientiert.

6.11.07 02:30


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