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Marlon Brando Dokumentation

Meinen zweiten Post will ich für eine Empfehlung nutzen. Nämlich für eine Dokumentation über das Leben und Werk Marlon Brandos, die nur kurz Brando betitelt ist. Die Dokumentation ist erst dieses Jahr erschienen und wurde von Mimi Freedman gemacht.

Die Doku verwendet eine Mischung aus Archivaufnahmen Brandos, Ausschnitten aus seinen Filmen und Interviews mit Menschen, für die er in der einen oder anderen Weise ein großer Einfluss war. Im großen und ganzen liest sich die Liste der Interviewten wie das Who is Who Hollywoods, wodurch die gesamte These der Doku, dass das moderne Hollywood, besonders im Bereich der anspruchsvolleren Filme und der ernstzunehmenden Charakterdarstellung, ohne Brando überhaupt nicht denkbar wäre und das sein Erscheinen in der Schauspielerszene einer Revolution gleich kam, die lang erprobte Routinen in der Produktion völlig in Frage gestellt und auf lange Sicht einige davon massiv geändert hat. Warum ich die Doku aber empfehlen möchte, liegt nicht nur daran, und eben allein schon an der Darstellung einer sehr interessanten Persönlichkeit, sondern vor allem, weil sich die Doku permanent darum bemüht, den Mensch Brando zu fassen zu bekommen, statt ihn nur als Star darzustellen und ihn so in gewisser Weise zu entmenschlichen und auf eine reine Figur zu reduzieren. Dies finde ich geschieht viel zu oft in Dokumentationen oder Reportagen über Berühmtheiten des Showbiz, wohingegen zumindest ich nicht allein den Star interessant finde, sondern viel mehr den tatsächlichen Mensch hinter dem Star. Zwar kann die Doku kein eindeutiges Bild Brandos zeichnen, doch wird auch deutlich, dass dies eben massiv an der Widersprüchlichkeit der Person selbst liegt. Es zeichnet das Portrait einer Person, die aus sehr schwierigen familiären Verhältnissen stammt und mehr oder weniger in die Schauspielerei gerutscht ist, da er dafür früh ein großes Talent gezeigt hat. Doch wurde dieser Beruf nie zur wirklichen Leidenschaft, sondern zu etwas, dass oft nur Mittel zum Zweck war, um Geld zu verdienen, oftmals sogar etwas, was Brando scheinbar mit tiefer Abscheu erfüllte, da er den Eindruck bekam, dass er seine Zeit mit wertlosen Dingen verschwendete, statt bei den wirklich wichtigen Problemen der Gesellschaft mitzuhelfen. Hinter all dem scheint sich aber immer eine Person zu verbergen, die ihr ganzes Leben lang auf der Suche nach sich selbst war, ohne sich je wirklich zu finden, während sich zahlreiche Menschen nahezu magisch zu ihm hingezogen fühlten, sei es von dem Bild, dass sie von ihm als Künstler hatten oder doch von der sehr präsenten und starken Persönlichkeit, die speziell in der Anfangszeit seiner Karriere ganz massiv aus dem üblichen Bild des Schauspielers herausragte.

Wegen all diesem würde ich diese Doku jedem empfehlen, der sich für die Person Marlon Brando oder allgemein für die Welt des Films interessiert. Allerdings sollte man etwas Zeit mitbringen. Mit einer Gesamtlaufzeit von 165 Minuten ist dies sicher kein Werk, was man eben mal zwischendurch schauen kann. Doch trotz der Länge, oder vielleicht gerade wegen dieser ausführlichen Auseinandersetzung mit Brando, kann ich diese Dokumentation uneingeschränkt empfehlen.

Ich selbst habe Brando das erste Mal bewusst in Der Pate gesehen, in seiner beeindruckenden Darstellung des Don Vito Corleone. Damals war ich etwa 12 und ich kann nicht leugnen, dass dieser Film damals einen gewissen Einfluss auf mich ausübte. In gewisser Weise öffnete er mir die Augen, dass man Filme als mehr als reinen Zeitvertreib betrachten kann, sondern dass man es auch als Kunst oder als Inspiration für eigene Gedanken ansehen kann. Dies macht sicher nicht bei allen Filmen Sinn, aber bei den drei Teilen von Der Pate würde ich das definitiv so sagen. Und Marlon Brandos Leistung ist sicher einer der Gründe dafür, wenn auch sicher nicht der einzige. Sie fügt sich nahtlos in ein Gesamtkunstwerk ein, die von vielen hervorragenden Schauspielern getragen und mit Francis Ford Coppola einem herausragenden Regisseur inszeniert wurde. All das zusammen hatte damals diese Augen öffnende Wirkung auf mich und bis heute sehe ich die Filme immer wieder gern, neben dem Gesamtwerk eben besonders wegen den Leistungen von Brando aber ganz besonders auch Al Pacino, der nicht nur hier ebenfalls eine beeindruckende Leistung abgibt.

Das zweite Mal, wo mir Brando von Bedeutung aufgefallen ist, war bei Apocalypse Now, in dem er einen zumindest an der Grenze des Wahnsinns stehenden Soziopathen darstellt, der eine Gruppe von Jüngern um sich schart, die ihn nahezu gottgleich behandeln. Auch wenn Brando hier nur in einem relativ kurzen Teil des Films auftritt, scheint er doch das gesamte Bild zu dominieren und alle anderen mehr oder weniger zu Randdarstellern seiner eigenen Zelebrierung dieser Rolle zu verdammen. In letzter Konsequenz macht er hierdurch aber einen hervorragenden Film, der ebenfalls von Francis Ford Coppola inszeniert wurde, zu etwas ganz besonderem, der aus der Gruppe von sehr vielen hervorragenden Filmen doch noch etwas mehr hinausragt und noch ein klein wenig empfehlenswerter wird, obwohl er durch seine Länge nicht für ein Zwischendurch schauen geeignet ist, was allerdings genauso für die Pate-Filme gilt. Auf der anderen Seite ist dies aber auch gut, da man solche Filme wirklich bewusst schauen sollte, um sie wirklich zu genießen, statt sich von ihnen nur nebenher berieseln zu lassen.

Brando ist mir nun noch ein drittes Mal sehr deutlich aufgefallen und dies war in der Verfilmung von Endstation Sehnsucht bzw. A Streetcar named desire. Im Gegensatz zu Der Pate und Apocalypse Now würde ich diesen Film aber nicht uneingeschränkt empfehlen. Dies liegt allerdings weniger an der Darstellung von Brando, sondern vielmehr an dem verfilmten Stück von Tennesse Williams selbst. Dieses sagt mir persönlich überhaupt nicht zu, da ich fand, dass die Charaktere recht blass bleiben und die ganze Darstellung der Handlung nicht sonderlich überzeugend wirkt. Die Verfilmung kann man sich aber unter Umständen trotzdem ansehen, allerdings mehr oder weniger nur wegen der schauspielerischen Leistung Brandos, der so eine starke, von Wut zerfressene Persönlichkeit darstellt, die kaum Platz für andere Persönlichkeiten neben sich lässt. Diese Leistung ist definitiv sehenswert, doch werden dadurch die Schwächen, die meiner Ansicht nach das Stück selbst mit sich bringt, nicht völlig egalisiert.

So das denke ich war dann nun wirklich genug für heute. Ein Feedback, ob solche Empfehlungen und Rezensionen auf ein gewisses Interesse stoßen oder nicht, wäre nett, genauso wie eine allgemeine kritische Position dazu, wie das ganze ausgeführt wurde.

Dann bis bald.

4.11.07 21:24


Welcome to my world

So, dann betrete ich hiermit auch mal die moderne Welt des Bloggens. Aller Anfang ist schwer, so bin ich mir hier auch noch nicht völlig sicher in welche Richtung das hier gehen wird (vorrausgesetzt ich bin nicht zu faul um tatsächlich was zu schreiben...). Wahrscheinlich werde ich immer wieder von Dingen berichten, die mir interessant erscheinen, seien dies Filme, Videospiele, Bücher, meine Gedanken oder die Gedanken anderer. Inwieweit ich hier auch persönlicher auf mein Leben eingehen werde muss sich ebenfalls zeigen.

Aber zumindest eine kurze Vorstellung werde ich dem geneigten Leser nicht vorenthalten. Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich 24 Jahre alt, und das wird sich dieses Jahr auch nicht mehr ändern. Ich studiere Philosophie und Politikwissenschaft und dies noch auf Magister, womit ich ja leider zu einer aussterbenden Gattung gehöre. Denn auch an unserer Uni hier in Marburg werden weiter fröhlich alle Studiengänge in das Bachelor/Master-System überführt, ob das nun bei dem jeweiligen Fach Sinn macht oder eher nicht. Neben dem Studium beschäftige ich mich sehr gerne mit Filmen und Serien unterschiedlichster Machart, daneben auch sehr gerne mit Videospielen und mit Büchern aller Art, seien es wissenschaftliche Bücher aus meinem Studiengebiet, Geschichtsbücher, Fantasy- oder Science Fiction-Literatur oder allem möglichen Anderem, was mir aus irgendwelchen Gründen interessant erscheint. Daneben treff ich mich sehr gern mit meinen Freunden und übe mich gelegentlich mal im Kochen. Bisher konnte ich es vermeiden, jemanden damit zu vergiften und ich bemühe mich, meine Fähigkeiten zu erweitern, um dieses Risiko auch weiterhin klein zu halten. Derzeit bin ich Single, womit ich zwar eher unzufrieden bin, aber man kann es sich nun nicht immer aussuchen. Durchaus auch damit zusammenhängend, lässt sich meine emotionale Verfassung wohl am ehesten als schwankend bezeichnen, speziell wenn sich immer mal wieder Fragen aufdrängen, auf die es keine wirkliche Antwort gibt. So wie es Hypnogaja in ihrem Song Misery zum Ausdruck bringen:

"Here I sit, all alone, in the dark
Counting the ways to tear you apart
Contemplating why you don't feel bad
I guess I wasn't the best that you had

You don't even realize I'm barely alive

Why don't you feel my pain?
Why don't you feel the same?
You should be just like me
Living in misery"

Das ist übrigens eine Band, die ich sehr empfehlen kann, zumindest wenn man etwas mit Rockmusik anfangen kann.
Aber wie mit der Liebe ist es auch mit dem Rest des Lebens. Mal ist es gut, mal weniger, mal haben wir alles unter Kontrolle, mal scheint sich uns alles zu entziehen. Ab und zu kann es dann schön sein, sich einfach vom Leben mitreißen zu lassen, doch zu anderen Zeiten erscheint es eher, als sei man am Rand vergessen worden, während um einen herum die Welt weiterrast, ohne langsamer zu werden, wo wir uns doch wünschen würden, dass sie einen Moment stehen bleiben würde, bis wir unseren Platz wieder gefunden haben. Doch das passiert nicht, egal was geschieht, sei es nun nur unser ganz persönliches Drama oder doch die großen Ereignisse der Weltgeschichte, immer geht die Welt weiter, permanent darum bemüht, neues zu produzieren, was irgendwann alle Erinnerung an früher geschehenes wegschwemmt. Doch manches bleibt erhalten und in gewisser Weise dürften sich das doch die meisten wünschen, dass eben auch von dem, was sie selbst getan, gesagt oder gedacht haben, wenigstens ein wenig zurückbleibt und die Zeit überdauert, oder doch zumindest die nächste Woche. Womöglich ist genau dazu dieser Blog ein weiterer Beitrag von mir, mal sehen wo er hinführen wird.

Ich hoffe bisher habe ich nicht zu sehr gelangweilt und bei manchem vielleicht etwas Interesse geweckt. Wir werden sehen, welche meiner Gedanken ich weiterhin für mitteilungswürdig halten werde.
3.11.07 22:31


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