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Welcome to my world

So, dann betrete ich hiermit auch mal die moderne Welt des Bloggens. Aller Anfang ist schwer, so bin ich mir hier auch noch nicht völlig sicher in welche Richtung das hier gehen wird (vorrausgesetzt ich bin nicht zu faul um tatsächlich was zu schreiben...). Wahrscheinlich werde ich immer wieder von Dingen berichten, die mir interessant erscheinen, seien dies Filme, Videospiele, Bücher, meine Gedanken oder die Gedanken anderer. Inwieweit ich hier auch persönlicher auf mein Leben eingehen werde muss sich ebenfalls zeigen.

Aber zumindest eine kurze Vorstellung werde ich dem geneigten Leser nicht vorenthalten. Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich 24 Jahre alt, und das wird sich dieses Jahr auch nicht mehr ändern. Ich studiere Philosophie und Politikwissenschaft und dies noch auf Magister, womit ich ja leider zu einer aussterbenden Gattung gehöre. Denn auch an unserer Uni hier in Marburg werden weiter fröhlich alle Studiengänge in das Bachelor/Master-System überführt, ob das nun bei dem jeweiligen Fach Sinn macht oder eher nicht. Neben dem Studium beschäftige ich mich sehr gerne mit Filmen und Serien unterschiedlichster Machart, daneben auch sehr gerne mit Videospielen und mit Büchern aller Art, seien es wissenschaftliche Bücher aus meinem Studiengebiet, Geschichtsbücher, Fantasy- oder Science Fiction-Literatur oder allem möglichen Anderem, was mir aus irgendwelchen Gründen interessant erscheint. Daneben treff ich mich sehr gern mit meinen Freunden und übe mich gelegentlich mal im Kochen. Bisher konnte ich es vermeiden, jemanden damit zu vergiften und ich bemühe mich, meine Fähigkeiten zu erweitern, um dieses Risiko auch weiterhin klein zu halten. Derzeit bin ich Single, womit ich zwar eher unzufrieden bin, aber man kann es sich nun nicht immer aussuchen. Durchaus auch damit zusammenhängend, lässt sich meine emotionale Verfassung wohl am ehesten als schwankend bezeichnen, speziell wenn sich immer mal wieder Fragen aufdrängen, auf die es keine wirkliche Antwort gibt. So wie es Hypnogaja in ihrem Song Misery zum Ausdruck bringen:

"Here I sit, all alone, in the dark
Counting the ways to tear you apart
Contemplating why you don't feel bad
I guess I wasn't the best that you had

You don't even realize I'm barely alive

Why don't you feel my pain?
Why don't you feel the same?
You should be just like me
Living in misery"

Das ist übrigens eine Band, die ich sehr empfehlen kann, zumindest wenn man etwas mit Rockmusik anfangen kann.
Aber wie mit der Liebe ist es auch mit dem Rest des Lebens. Mal ist es gut, mal weniger, mal haben wir alles unter Kontrolle, mal scheint sich uns alles zu entziehen. Ab und zu kann es dann schön sein, sich einfach vom Leben mitreißen zu lassen, doch zu anderen Zeiten erscheint es eher, als sei man am Rand vergessen worden, während um einen herum die Welt weiterrast, ohne langsamer zu werden, wo wir uns doch wünschen würden, dass sie einen Moment stehen bleiben würde, bis wir unseren Platz wieder gefunden haben. Doch das passiert nicht, egal was geschieht, sei es nun nur unser ganz persönliches Drama oder doch die großen Ereignisse der Weltgeschichte, immer geht die Welt weiter, permanent darum bemüht, neues zu produzieren, was irgendwann alle Erinnerung an früher geschehenes wegschwemmt. Doch manches bleibt erhalten und in gewisser Weise dürften sich das doch die meisten wünschen, dass eben auch von dem, was sie selbst getan, gesagt oder gedacht haben, wenigstens ein wenig zurückbleibt und die Zeit überdauert, oder doch zumindest die nächste Woche. Womöglich ist genau dazu dieser Blog ein weiterer Beitrag von mir, mal sehen wo er hinführen wird.

Ich hoffe bisher habe ich nicht zu sehr gelangweilt und bei manchem vielleicht etwas Interesse geweckt. Wir werden sehen, welche meiner Gedanken ich weiterhin für mitteilungswürdig halten werde.
3.11.07 22:31


Marlon Brando Dokumentation

Meinen zweiten Post will ich für eine Empfehlung nutzen. Nämlich für eine Dokumentation über das Leben und Werk Marlon Brandos, die nur kurz Brando betitelt ist. Die Dokumentation ist erst dieses Jahr erschienen und wurde von Mimi Freedman gemacht.

Die Doku verwendet eine Mischung aus Archivaufnahmen Brandos, Ausschnitten aus seinen Filmen und Interviews mit Menschen, für die er in der einen oder anderen Weise ein großer Einfluss war. Im großen und ganzen liest sich die Liste der Interviewten wie das Who is Who Hollywoods, wodurch die gesamte These der Doku, dass das moderne Hollywood, besonders im Bereich der anspruchsvolleren Filme und der ernstzunehmenden Charakterdarstellung, ohne Brando überhaupt nicht denkbar wäre und das sein Erscheinen in der Schauspielerszene einer Revolution gleich kam, die lang erprobte Routinen in der Produktion völlig in Frage gestellt und auf lange Sicht einige davon massiv geändert hat. Warum ich die Doku aber empfehlen möchte, liegt nicht nur daran, und eben allein schon an der Darstellung einer sehr interessanten Persönlichkeit, sondern vor allem, weil sich die Doku permanent darum bemüht, den Mensch Brando zu fassen zu bekommen, statt ihn nur als Star darzustellen und ihn so in gewisser Weise zu entmenschlichen und auf eine reine Figur zu reduzieren. Dies finde ich geschieht viel zu oft in Dokumentationen oder Reportagen über Berühmtheiten des Showbiz, wohingegen zumindest ich nicht allein den Star interessant finde, sondern viel mehr den tatsächlichen Mensch hinter dem Star. Zwar kann die Doku kein eindeutiges Bild Brandos zeichnen, doch wird auch deutlich, dass dies eben massiv an der Widersprüchlichkeit der Person selbst liegt. Es zeichnet das Portrait einer Person, die aus sehr schwierigen familiären Verhältnissen stammt und mehr oder weniger in die Schauspielerei gerutscht ist, da er dafür früh ein großes Talent gezeigt hat. Doch wurde dieser Beruf nie zur wirklichen Leidenschaft, sondern zu etwas, dass oft nur Mittel zum Zweck war, um Geld zu verdienen, oftmals sogar etwas, was Brando scheinbar mit tiefer Abscheu erfüllte, da er den Eindruck bekam, dass er seine Zeit mit wertlosen Dingen verschwendete, statt bei den wirklich wichtigen Problemen der Gesellschaft mitzuhelfen. Hinter all dem scheint sich aber immer eine Person zu verbergen, die ihr ganzes Leben lang auf der Suche nach sich selbst war, ohne sich je wirklich zu finden, während sich zahlreiche Menschen nahezu magisch zu ihm hingezogen fühlten, sei es von dem Bild, dass sie von ihm als Künstler hatten oder doch von der sehr präsenten und starken Persönlichkeit, die speziell in der Anfangszeit seiner Karriere ganz massiv aus dem üblichen Bild des Schauspielers herausragte.

Wegen all diesem würde ich diese Doku jedem empfehlen, der sich für die Person Marlon Brando oder allgemein für die Welt des Films interessiert. Allerdings sollte man etwas Zeit mitbringen. Mit einer Gesamtlaufzeit von 165 Minuten ist dies sicher kein Werk, was man eben mal zwischendurch schauen kann. Doch trotz der Länge, oder vielleicht gerade wegen dieser ausführlichen Auseinandersetzung mit Brando, kann ich diese Dokumentation uneingeschränkt empfehlen.

Ich selbst habe Brando das erste Mal bewusst in Der Pate gesehen, in seiner beeindruckenden Darstellung des Don Vito Corleone. Damals war ich etwa 12 und ich kann nicht leugnen, dass dieser Film damals einen gewissen Einfluss auf mich ausübte. In gewisser Weise öffnete er mir die Augen, dass man Filme als mehr als reinen Zeitvertreib betrachten kann, sondern dass man es auch als Kunst oder als Inspiration für eigene Gedanken ansehen kann. Dies macht sicher nicht bei allen Filmen Sinn, aber bei den drei Teilen von Der Pate würde ich das definitiv so sagen. Und Marlon Brandos Leistung ist sicher einer der Gründe dafür, wenn auch sicher nicht der einzige. Sie fügt sich nahtlos in ein Gesamtkunstwerk ein, die von vielen hervorragenden Schauspielern getragen und mit Francis Ford Coppola einem herausragenden Regisseur inszeniert wurde. All das zusammen hatte damals diese Augen öffnende Wirkung auf mich und bis heute sehe ich die Filme immer wieder gern, neben dem Gesamtwerk eben besonders wegen den Leistungen von Brando aber ganz besonders auch Al Pacino, der nicht nur hier ebenfalls eine beeindruckende Leistung abgibt.

Das zweite Mal, wo mir Brando von Bedeutung aufgefallen ist, war bei Apocalypse Now, in dem er einen zumindest an der Grenze des Wahnsinns stehenden Soziopathen darstellt, der eine Gruppe von Jüngern um sich schart, die ihn nahezu gottgleich behandeln. Auch wenn Brando hier nur in einem relativ kurzen Teil des Films auftritt, scheint er doch das gesamte Bild zu dominieren und alle anderen mehr oder weniger zu Randdarstellern seiner eigenen Zelebrierung dieser Rolle zu verdammen. In letzter Konsequenz macht er hierdurch aber einen hervorragenden Film, der ebenfalls von Francis Ford Coppola inszeniert wurde, zu etwas ganz besonderem, der aus der Gruppe von sehr vielen hervorragenden Filmen doch noch etwas mehr hinausragt und noch ein klein wenig empfehlenswerter wird, obwohl er durch seine Länge nicht für ein Zwischendurch schauen geeignet ist, was allerdings genauso für die Pate-Filme gilt. Auf der anderen Seite ist dies aber auch gut, da man solche Filme wirklich bewusst schauen sollte, um sie wirklich zu genießen, statt sich von ihnen nur nebenher berieseln zu lassen.

Brando ist mir nun noch ein drittes Mal sehr deutlich aufgefallen und dies war in der Verfilmung von Endstation Sehnsucht bzw. A Streetcar named desire. Im Gegensatz zu Der Pate und Apocalypse Now würde ich diesen Film aber nicht uneingeschränkt empfehlen. Dies liegt allerdings weniger an der Darstellung von Brando, sondern vielmehr an dem verfilmten Stück von Tennesse Williams selbst. Dieses sagt mir persönlich überhaupt nicht zu, da ich fand, dass die Charaktere recht blass bleiben und die ganze Darstellung der Handlung nicht sonderlich überzeugend wirkt. Die Verfilmung kann man sich aber unter Umständen trotzdem ansehen, allerdings mehr oder weniger nur wegen der schauspielerischen Leistung Brandos, der so eine starke, von Wut zerfressene Persönlichkeit darstellt, die kaum Platz für andere Persönlichkeiten neben sich lässt. Diese Leistung ist definitiv sehenswert, doch werden dadurch die Schwächen, die meiner Ansicht nach das Stück selbst mit sich bringt, nicht völlig egalisiert.

So das denke ich war dann nun wirklich genug für heute. Ein Feedback, ob solche Empfehlungen und Rezensionen auf ein gewisses Interesse stoßen oder nicht, wäre nett, genauso wie eine allgemeine kritische Position dazu, wie das ganze ausgeführt wurde.

Dann bis bald.

4.11.07 21:24


Resident Evil: Extinction

So nun hab ich auch Resident Evil: Extinction gesehen, den dritten Teil der von der gleichnamigen Videospielserie inspirierten Filmreihe. Zu diesem Film will ich nun hier eine Rezension verfassen.

Der Film beginnt in dem neuen Hauptquartier der Umbrella Corporation und zeigt dort Experimente mit Klonen des Milla Jovovich-Charakters Alice. Diese sollen dazu dienen, ein neues Serum zu entwickeln, welches es ermöglichen soll, die Zombies unter Kontrolle zu bringen, indem es den Zombies ein Mindestmaß an Selbstkontrolle und Verstand zurückgibt, um so die Bedrohung auszuschalten und gleichzeitig mehr oder weniger willenlose Arbeitskräfte für die Umbrella Corporation zu produzieren. Allerdings schlagen diese fehl und sorgen nur für aggressivere und stärkere Versionen der Zombies. Deshalb betont der Leiter des Wissenschaftsprojekts die Bedeutung, die Original-Alice zu fassen zu bekommen, da deren Blut zur Herstellung des Serums viel geeigneter wäre.

Im Folgenden tritt dann auch wieder eben diese Alice in den Vordergrund der Handlung. Mit dem Verlassen des Hauptquartiers Umbrellas wird deutlich, dass die Zombies sich mittlerweile über die ganze Welt verbreitet haben und zur dominanten Spezies geworden sind, während Menschen nur noch in kleinen Gruppen auftreten, die sich entweder verstecken oder permanent auf der Flucht sind. Alice ist derzeit auch allein unterwegs, allerdings auf der Suche nach vereinzelten Personen, die Hilfe brauchen. Durch einen vorgetäuschten Hilferuf wird sie zu einer Gruppe von Leuten gelockt, die jeden Bezug zu Moral verloren haben und sich stattdessen am Leid anderer weiden. Letztendlich versuchen sie, Alice in einer Art Arenakampf an durch den T-Virus mutierte Hunde zu verfüttern. Dies geht allerdings wenig überraschend schief und letztendlich ist es die Gruppe Psychopathen, die hier ihr Ende findet. Die Hunde selbst sind eine nette Remineszens an die Spielevorlage, welche allerdings leider ziemlich allein bleiben wird.

Stattdessen scheint sich der Film viel mehr um Bezüge zu anderen Filmen zu bemühen. In der nächsten Szene wird nämlich eine weitere Gruppe von Leuten eingeführt, und zwar diejenige, die in einer Gruppe schwer gepanzerter und bewaffneter Fahrzeuge durchs Land fährt um Überlebende zu finden und diesen zu helfen. Dies ist so ziemlich die typische Zusammensetzung aus so zahlreichen Zombie-Endzeit-Filmen, dass man es schon fast komisch finden könnte, wenn es nicht einfach nur klischeehaft bleiben würde. Nach einer gewissen Übergangszeit wird dieser Convoy von einem riesigen Schwarm vom T-Virus veränderter Krähen angegriffen, die sich vorher auf umliegenden Strommasten und Häusern gesammelt haben, bevor sie alle angriffen. Dies wirkt auf mich wie eine Anspielung auf den Hitchcock-Klassiker Die Vögel, allerdings gelingt es dieser Szene kaum, auch nur annähernd eine so bedrückende Atmosphäre zu kreieren wie Hitchcock in seinem Film. Im Laufe der Szene sieht es so aus, als ob der gesamte Trupp diesem zum Opfer fallen würde, bis plötzlich Alice selbst am Ort des Geschehens auftaucht und die Flammen aus einem außer Kontrolle geratenem Flammenwerfer durch ihre völlig unerklärt weiterentwickelten, übernatürlichen Fähigkeiten unter Kontrolle bringt und so verstärkt und lenkt, dass diese den ganzen Krähenschwarm verbrennen. Von da an ist Alice dann mit dieser Gruppe verbunden, die letztendlich aus genau denselben Charakteren besteht, wie in jedem anderen ähnlich gelagertem Film.

Aufgrund völlig vager Gerüchte, dass es irgendwo in Alaska eine abgeschiedene Siedlung geben soll, die völlig unberührt von Zombieinfektionen geblieben ist, entscheidet die Gruppe, gemeinsam dort hinzufahren, da sie sonst auch keine große Hoffnung mehr besitzt. Allerdings müssen sie sich erst Benzin besorgen, um die Reise antreten zu können und der einzige Ort in der Nähe, wo sie noch solches vermuten, ist das nicht allzu weit entfernt liegende Las Vegas. Las Vegas selbst bietet einen interessanten Anblick, da es im Verlauf der letzten Jahre, in dem sich niemand mehr wirklich darum gekümmert hat, völlig versandet und kaum noch wieder zu erkennen ist. Statt der durchaus erwarteten normalen Zombieangriffe passiert erstmal gar nichts, bis der Trupp von einer Gruppe der von Umbrella manipulierten Zombies angegriffen werden, die als Ablenkungsmanöver fungieren sollen, während Umbrella nun versucht Alice habhaft zu werden. Nach einem sehr actionreichen und durchaus ansehnlichen Gefecht scheitert dies schließlich und Alice erfährt, wo sich die neue Basis befindet, worauf sie entscheidet, den Kampf dorthin zu tragen um das Problem Umbrella endgültig auszuschalten.

Während dem Angriff wurde auch der Leiter des Forschungsprojekts von einem der Zombies gebissen, weshalb dieser sich zurück im Hauptquartier Unmengen des Serums spritzt, was ihn allerdings auch nicht heilt, sondern langsam mutieren lässt. Dadurch wird er zum einzigen wirklichen Bezugspunkt zu den Spielen, da er sich vom Stil her in einem den üblichen Bossgegnern der Serie ähnliches Wesen verwandelt. Nachdem Alice der Zugang zum Umbrella-Gebäude gelungen ist, mündet dann auch alles in einen Endkampf dieser beiden. Das darauf folgende Ende wird sehr offen gehalten, wodurch ganz offensichtlich ein Anknüpfpunkt für einen vierten Teil geschaffen werden soll, wenn auch dieser Anknüpfpunkt sehr seltsam geartet ist.

Mein persönliches Fazit zu Resident Evil: Extinction ist, dass es zwar ein durchweg ordentlicher, stellenweise sogar gut inszenierter Film ist, allerdings der Bezug zur namensgebenden Spieleserie endgültig verloren gegangen ist. Diese Verbindung war schon in den beiden Vorgängern eher dünn, aber noch durchaus klar zu erkennen, wohingegen sich der Film hier völlig von Handlung und Setting der Spiele verabschiedet. Zwar werden hier weitere Charaktere aus der Spieleserie eingeführt (Claire Redfield, Wesker), allerdings nehmen diese keine signifikante Rolle ein, sondern erfüllen nur Standartrollen, die so in jedem ähnlich gelagerten Horrorfilm auftauchen könnten, weshalb hier deren Namen die einzige Verbindung zum Spiel bleiben. Die einzigen wirklichen Anspielungen sind die mutierten Hunde und der zum Bossgegner verwandelte Wissenschaftler, aber auch die bleiben nur stilistische Anspielungen, keine konkreten Verbindung. Der gesamte Stil des Films scheint sich vielmehr an der …of the Dead-Reihe von Georg A. Romero zu orientieren, wodurch der ganze Film entfernt an eine Neuauflage von Day of the Dead erinnert. Dies ist natürlich kein grundsätzlicher Fehler, allerdings entfernt der Film sich dadurch nur noch weiter von seiner eigentlichen Vorlage. Eine weitere Anspielung auf andere Filme erscheint mir das Hologramm, welches im Umbrella-Hauptquartier die künstliche Intelligenz des Computer-Systems repräsentiert. Dies tritt als ein kleines, dunkelhaariges Mädchen in einem weißen Kleid auf, was genau so aus einem reichen Arsenal an japanischen Horrorfilmen entsprungen sein könnte. Dies bleibt allerdings eher eine weitere willkürlich eingefügte Randerscheinung, ganz im Gegensatz zu dem fast schon hommagehaften Umgang mit dem Genre begründenden Werk Romeros, welche aber nicht nur den Aufbau hier, sondern im ganzen Genre, sowohl von Handlung als auch der Bildsprache massiv beeinflusst hat, weswegen nicht wirklich deutlich wird, ob diese Hommage wirklich gedacht ist oder doch nur ein Nebenprodukt dessen ist, dass man sich ganz einfach massiv beim Mainstream dieses Genres bedient hat. Insgesamt finde ich, dass man Resident Evil: Extinction durchaus als einen unterhaltsamen Film beschreiben kann, der zwar dem Genre absolut nichts Neues hinzufügt, aber alles vorhandene durchaus ordentlich verarbeitet und sehr professionell inszeniert. Dies gilt aber nur, solange man sich eben auch nur einen unterhaltsamen Zombie-Endzeit-Film wünscht, sobald man aber eine zumindest ansatzweise würdige Umsetzung der Spielvorlage erwartet, wird man völlig enttäuscht werden, denn bis auf den Namen selbst, haben mit diesem Film die Filmreihe und die Spielreihe kaum noch etwas gemeinsam. Resident Evil: Extinction ist sicher kein schlechter Film, allerdings sollte er einfach einen unabhängigen Titel haben, statt den Eindruck zu erwecken, eine Verfilmung der Spiele sein zu wollen, denn als solche kann man den Film nur als völlig misslungen bezeichnen. Dies ist nicht nur wegen dem Film an sich und der eigentlichen Vorlage sehr schade, sondern auch, weil alle teilnehmenden Schauspieler eine sehr ordentliche bis gute Leistung abliefern, wobei hier die Leistung Milla Jovovichs durchaus wieder mal positiv hervorzuheben ist. Keinen der Darsteller kann man als Totalausfall bezeichnen, was in Filmen dieses Genres ja schon fast eine Seltenheit ist. Dies macht den Film durchaus noch ein klein wenig empfehlenswerter für jeden, der die Vorlage nicht kennt oder einfach ignorieren kann und etwas mit dem Genre des Zombiefilms anfangen kann. Keinesfalls ist er aber ein Meisterwerk, mit dem man Leute zu diesem Genre bringen könnte, die dazu bisher keine Verbindung haben. Wer sich allerdings noch immer eine würdige Filmumsetzung der Vorlage wünscht, kann nur hoffen, dass irgendwann in Zukunft sich noch mal jemand anderes als die für diese Filmserie Verantwortlichen des Stoffes annimmt und sich dann etwas deutlicher an der Vorlage orientiert.

6.11.07 02:30


Black Sheep

Hallo erstmal. Nach einem recht stressreichen Wochenende und einem eher melancholischem Montag will ich den Tag heute für eine Rezension von Black Sheep nutzen

Bei Black Sheep handelt es sich um eine neuseeländische Horrorkomödie aus dem Jahr 2006 von Jonathan King. Die Werbezeile zu dem Film lautet Prepare for the Violence of the Lambs. Hier gibt man neben der Anspielung auf die Thomas Harris-Verfilmung Silence of the Lambs (Das Schweigen der Lämmer) vor allem schon ein wenig vom Inhalt Preis. Der Aufhänger des Films sind nämlich durch Genmanipulation veränderte Schafe, die extrem aggressiv geworden sind und Gefallen daran gefunden haben, Menschen zu essen. Zudem infizieren sie Menschen durch einen Biss, wodurch diese sich nach und nach in eine Art Werschaf verwandeln.

Die Handlung beginnt ganz idyllisch auf einer Farm, wo zwei junge Brüder zusammen mit ihrem Vater eine Schafherde hüten. Kurz darauf hält aber bereits der erste Schrecken Einzug im Film, vor allem für den jüngeren Bruder. Denn sein älterer Bruder hat ein Schaf geschlachtet, um sich dessen Fell und Kopf noch völlig blutverschmiert überzuwerfen, um den kleinen Bruder im dunklen Schuppen damit zu erschrecken. Dies gelingt ihm so gut, dass bei seinem Bruder eine bleibende Angst vor Schafen entsteht. Deshalb verlies er auch die Farm und überlies diese ganz seinem großen Bruder. Um dies nun auch endgültig festzumachen kehrt er als Erwachsener wieder zur Farm zurück, wo sich schon so langsam andeutet, dass mit den Schafen etwas nicht stimmen könnte, da der große Bruder die Zeit genutzt hat, um genetische Experimente an ihnen durchzuführen, um das Schaf der nächsten Generation zu kreieren.

Durch die Intervention von zwei militanten Umweltschützern werden diese veränderten Schafe freigesetzt und beginnen ihren „Rachefeldzug“ gegen die Menschheit. Die Hauptgruppe, die sich den bösartigen Schafen entgegenstellt, bildet sich aus eben dem erwähnten kleinen Bruder, dann aus dem derzeitigen Schäfer der Farm, der zwar etwas dümmlich erscheint, aber immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat, egal wie ausweglos die Situation ist und an alles sehr pragmatisch herangeht, und der jungen Frau Experience, die eine der beiden Naturschützer war, die die Schafe erst befreit haben, unwissend was sie damit anrichten, und nun hin und her gerissen ist zwischen ihren Idealen und ihrem schlechten Gewissen, wegen der Auswirkung ihrer Tat. Der andere Tierschützer hingegen wurde das erste Opfer der Schafe. Diese Gruppe bewegt sich nun durch einen standardmäßig konstruierten Horrorfilm, in dem sie mehr oder weniger permanent von den Monstern verfolgt werden, während sie nach dem Ursprung und einer Lösung für das Problem suchen, nur das eben das Problem Schafe sind. Hierbei wechselt der Film immer wieder zwischen Horror-typischen Situationen und rein humoristisch angelegten Szenen, wobei insgesamt die Verflechtung dieser beiden Kontraste sehr gut gelungen ist.

Mein Fazit zu dem Film ist, dass hier sehr gekonnt Horrorfilme auf die Schippe genommen werden, indem im Prinzip ein gewöhnlicher Horrorfilm inszeniert wird, dessen Potential zu ängstigen aber dadurch ad absurdum geführt wird, dass eben die Furcht einflößenden Gegner nur wollige Schafe sind. Dies wird noch dadurch verstärkt, was ich auch sehr positiv finde, dass im Gegensatz zu vielen ähnlichen, etwas ernster angelegten Tierhorrorfilmen die Schafe durch die Genmanipulation zwar ein völlig anderes Verhaltensmuster bekommen, sich aber nicht optisch verändern, wodurch sie weiterhin völlig unbedrohlich aussehen. Das trägt auch ganz massiv zur permanent präsenten Situationskomik bei, welche noch durch oft sehr lustige Dialoge unterstützt wird. Es gibt wirklich viel zu Lachen bei Black Sheep, was natürlich nur gut ist bei einer Komödie. Allerdings sollte man nicht verheimlichen, dass es sich trotz allem noch in irgendeiner Weise um einen Horrorfilm handelt und dieser nicht mit Splatter, Gore und Schafen, die Menschen zerfleischen, spart, wodurch er sich auch seine Ab 18-Freigabe redlich verdient hat. Deswegen kann ich den Film niemandem empfehlen, der mit diesem Genre an sich nichts anfangen kann. Wenn man allerdings Fan dieses Genres ist und nicht darauf besteht, dass immer alles ernst genommen wird, dann kann man sich mit diesem Film bestens unterhalten und bekommt einen Abend mit vielen Lachern und auch manchen später noch zitierfähigen Dialogen geboten.

13.11.07 16:47


Botched

Bei Botched aus dem Jahr 2007 von Regisseur Kit Ryan handelt es sich um eine sehr unterhaltsame Horror-Splatter-Komödie, die recht harmlos, wie ein gewöhnlicher Actionfilm, beginnt.

Hauptperson Ritchie, gespielt von Stephen Dorff, nimmt teil an einem Diamantenraub. Zu Anfang läuft alles wunderbar, doch auf der Flucht geht plötzlich alles schief und Ritchie verliert die Beute. Dies bringt ihn nun natürlich in eine sehr schlechte Verhandlungsposition gegenüber seinem Auftraggeber, Mr. Groznyi, gespielt von Sean Pertwee. Eigentlich sollte es Ritchies letztes Verbrechen sein, bevor er aus Russland zurück in seine amerikanische Heimat fliegt. Doch wegen des Scheiterns besteht sein als kompromissloser Mafiaboss auftretender Auftraggeber darauf, dass er noch einen letzen Auftrag durchführt. Er soll aus einem Hotel mit zwei Helfern ein goldenes Kreuz stehlen, welches einst Ivan dem Schrecklichen gehört haben soll. Ohne große Alternativen stimmt Richie dem Ganzen zu und macht sich auf den Weg. Der Raub läuft auch erfolgreich, auch wenn bereits erste Probleme auftreten, da einer seiner beiden Helfer die ursprüngliche Besitzerin des Kreuzes erschossen hat. Deswegen verschwinden sie sofort wieder in den Lift, um schnellstmöglich zu verschwinden. Trotz der energischen Versuche, andere Personen aus dem Lift fernzuhalten, bildet sich eine kleine Gruppe skurriler Charaktere, die mit ihnen im Lift mitfahren.

Hier endet nun der Prolog und die eigentlich tragende Handlung beginnt sich zu entwickeln. Auf dem Weg nach unten bleibt der Lift plötzlich im 13. Stock stehen. Gleichzeitig hört man über Funk, dass die Sicherheitsleute von dem Mord erfahren haben und nun nach den Tätern suchen. In einer Kurzschlussreaktion nehmen die drei Diebe die anderen Personen im Lift als Geiseln und verlassen mit ihnen den Lift. Sie sperren die Gruppe in einen kleinen Raum, während sie über Funk mit den Sicherheitskräften verhandeln und vereinbaren, zuerst einmal eine Geisel als Zeichen des guten Willens freizulassen. Um diese auszuwählen fragen sie einfach die Gruppe von Geiseln, wer gerne frei gelassen werden würde und derjenige, der sich als erster gemeldet hat, wird dann mitgenommen. Er wird zum Lift gebracht, wo der Austausch stattfinden soll. Doch hier ist der Punkt erreicht, an dem Botched den Schritt vom standardmäßigen Actionfilm hin zum Horror-Splatter-Film macht.

Als sich die Tür des Liftes öffnet erscheint dahinter niemand von den Sicherheitskräften, sondern zuerst sieht man nur Finsternis. Plötzlich schnellt eine große Gartenschere aus dem Dunkel hervor und kurz darauf sieht man nur noch den Körper der Geisel, der nun der Kopf fehlt und die stattdessen die gesamte Umgegend mit Blut besudelt. Ritchies kolerischer Mittäter greift sich nach einem kurzen Moment des Schocks den Kopf der Geisel und bringt diesen zurück zu Ritchie, worauf natürlich schnell die Diskussion entbrandet, wo man hier hinein geraten ist. Während Ritchie versucht, auf dem Stockwerk genauere Hinweise zu finden, beginnen die Geiseln zu planen, wie sie die Kontrolle übernehmen könnten, wodurch das Chaos endgültig perfekt wird.

Von hier aus entfaltet sich nun das für Horrorfilme wie Halloween typische Psychospiel zwischen dem unbekannten Killer und der in Panik nach einem Ausweg suchenden Gruppe von Unschuldigen, die mit der Zeit immer stärker dezimiert wird. Ergänzt wird dies noch durch ein ständiges Wechseln der Allianzen derer, die sich dem Killer erwehren wollen, was in großem Maße durch die schon ursprünglich vorhandene Aufteilung in Geiselnehmer und Geiseln begründet ist, sich aber nicht daran festhält, sondern im Folgenden sehr dynamisch entwickelt. In der Folgezeit wird es nun viele sehr brutale und blutige Szenen zu sehen geben, welche aber völlig überzeichnet und teilweise bis ins comichafte verzerrt werden, wodurch sie einen sehr humoristischen Charakter verliehen bekommen. Zudem werden diese Abschnitte immer wieder von absonderlichen Randereignissen durchbrochen, die das Ganze noch weiter von einem ernsthaften Horrorfilm entfernen.

Mein Fazit zu Botched ist nun, dass hier in sehr gekonnter Weise mit den Genreklischees der Art von Horrorfilmen wie Halloween, Freitag der 13. und ähnlichen gespielt wird, dass aus einem an sich klassisch aufgebauten Film (Von der fragwürdigen Begründung, warum die jeweiligen Personen an den Ort der Handlung gelangt sind, über die ersten auftretenden Ereignisse, die immer mehr Misstrauen sähen bis hin zum finalen Duell mit dem lange Zeit im Verborgenen arbeitendem Psychopathen) durch völlige Überzeichnung der Gewaltszenen und konstantes Einstreuen abstruser Dialoge und Ereignisse eine sehr unterhaltsame Komödie mit extrem hohen Blutgehalt gemacht worden ist, bei der neben einigen Unklarheiten der Storyline nur eine wirkliche Frage für mich offen bleibt: Wie konnte die FSK die Ansicht gewinnen, es wäre sinnvoll, diesen Film ab 16 freizugeben. Aber gut, auch 300 hat das geschafft, was mir bis heute ebenfalls ein Rätsel ist. Botched ist insgesamt in der Anlehnung ans Genre sehr konsequent inszeniert und erreicht durchweg guten Genrestandart, doch zu etwas besonderen wird er eben erst durch diese Art, das ganze aus dem Genre Horror mehr und mehr in das der Komödie herüber zu ziehen, ohne dabei aber die klassischen Szenen eines Horrorfilms irgendwann wegzulassen. Stattdessen wird alles vom Regisseur und den durchweg gut agierenden Schauspielern mit einander verbunden, sodass das eine jeweils das andere ergänzt. Neben dem Regisseur für das Gesamtkonzept und deren konsequente Einhaltung, muss eben auch den Schauspielern ein Kompliment gezollt werden, die ihre teilweise extrem ins klischeehafte verzerrten Charaktere immer überzeugend dargestellt haben, auch dann, wenn dies eben konsequenterweise hieß, dass alle Grundlagen einer überzeugenden Charakterdarstellung an sich dabei über Bord geworfen werden mussten. Deswegen bleibt abschließend nur zu sagen, dass dieser Film meine uneingeschränkte Empfehlung für jeden Freund des Genres bekommt, wohingegen Menschen, die bisher nichts mit blutigen Schockeffekten und darauf aufbauendem, teilweise sehr krudem Humor anzufangen wussten, auch hier nicht unbedingt bekehrt werden dürften.

18.11.07 19:55


Homepage

Die Homepage der berühmten, aber vor allem berüchtigen Fleischkeks Foundation ist nun online und kann von allen da draußen bewundert werden.

Design und Hosting verdankt die Welt dem Killerkeks und sollte diesem dafür auf ewig dankbar sein und ihm huldigen.

http://www.fk-foundation.de.vu

21.11.07 05:33


Garden State

Garden State erzählt die Geschichte von Andrew Largeman, der von allen nur Largeman oder kurz Large genannt wird. Er ist ein junger Mann irgendwo Mitte 20, der in Los Angeles lebt, wo ihn einst die Schauspielerei hinverschlagen hatte. Doch offensichtlich ist diese Karriere gescheitert und er treibt nur noch ziellos durchs Leben, während er sich als Kellner in einem thailändischen Restaurant über Wasser hält.

Gespielt wird Largeman von Zach Braff, der sich gleichzeitig für das Drehbuch und die Regie verantwortlich zeigt, was er speziell für sein Debut als Filmemacher sehr gut unter einen Hut bekommt.

Zu Beginn des Films scheint Largeman jeglichen Bezug zu seiner Umwelt verloren zu haben und keinen eigenen Antrieb zu besitzen, daran großartig etwas zu ändern. Durch den Unfalltod seiner Mutter wird er aber gezwungen zu ihrer Beerdigung zurück in seine alte Heimat zu fliegen und sich dort seiner Vergangenheit zu stellen. Diese Vergangenheit besteht zu allererst aus seinem Vater, zu dem er ein äußerst zwiespältiges Verhältnis aufweist, weswegen er jahrelang versucht hatte, ihm jeglichen Zugang zu seinem Leben zu verweigern.

Aber zurück in der alten Heimat wird er nicht nur mit seinem Vater, sondern auch mit seinen alten Freunden, zu denen er ebenfalls jeglichen Kontakt verloren hatte, konfrontiert. Es zeigen sich schnell gewisse Probleme, den alten Kontakt wieder herzustellen, da sich mit der Zeit eine große Distanz zwischen ihm und seinen Freunden gebildet hat. Doch bei den Freunden scheint der Wille dazu trotzdem da zu sein und Largeman zeichnet sich anfangs durch eine völlige Indifferenz dazu aus, weswegen er sich einfach mitreißen lässt, aber doch irgendwie immer nur Beobachter bleibt. Seine alten Freunde scheinen aber durchaus auch mit ähnlichen Problemen wie er zu kämpfen. Sie haben ihren Platz im Leben nicht wirklich gefunden, wissen aber auch nicht wirklich, was sie sich von ihrer Zukunft erwarten und statt sich zu entscheiden und etwas zu unternehmen, lassen sie sich nur vom Leben zwischen Drogen, Partys und belanglosen Jobs hin und her treiben.

Doch für Largeman ändert sich viel als Sam, die hervorragend von Natalie Portman gespielt wird, in sein Leben tritt. Sie ist eine sehr ungewöhnliche Person, die aus ihrem ebenfalls tristen Alltag versucht mehr herauszuholen, indem sie ihre Phantasie spielen lässt und sich immer neue Geschichten ausdenkt, die ihr Leben interessanter erscheinen lassen sollen. Mit ihrer völlig anderen Sicht auf die Welt wirbelt sie Largemans Leben gehörig durcheinander und so langsam löst sich sein Schleier aus Gleichgültigkeit gegen sich selbst und seine Umwelt etwas auf. Dadurch wird aber nicht, wie so oft in als romantisch titulierten Filmen, plötzlich alles gut, sondern es treten mehr und mehr die unter diesem Schleier begrabenen Probleme und Konflikte wieder hervor, ohne dass sofort ein Ausweg daraus präsentiert wird.

Mein Fazit für Garden State ist, dass dies mal ein tatsächlich romantischer Film ist, und nicht wie so viele Filme, in denen es um Liebe geht, einfach sehr schnell in Belanglosigkeit und Kitsch abgleitet. Die Geschichte von Largeman und Sam wird sehr ruhig, und oft auch sehr melancholisch erzählt, doch immer wieder erwachsen aus diesen melancholischen Szenen die wirklich romantischen Szenen. Die schauspielerische Leistung von Zach Braff und Natalie Portman tragen die Handlung und vor allem die Emotionen hervorragend, wodurch sich trotz der sehr ruhigen Erzählweise der Film jederzeit erfolgreich davon fernhält langweilig zu werden, stattdessen gelingt es ihnen hervorragend auch ohne Dialoge die größer werdende Bindung zwischen ihnen deutlich werden zu lassen. Immer möchte man wissen, wie sich die Geschichte weiterentwickelt, und das betrifft auch nicht nur die zwischen Largeman und Sam, sondern auch die seiner Freunde und die, des Konfliktes von Largeman und seinem Vater. Dies ist auch ein großes Faktor, der dazu beiträgt, den Film vom üblichen Liebesfilmkitsch fernzuhalten, da er nie dazu verkommt, nur die Geschichte dieser beiden Personen zu erzählen und irgendwann auf dem Weg einfach die irgendwann einmal eingeführten Nebencharaktere zu vergessen. Stattdessen bleiben sie immer ein wichtiger Teil des Films und geben diesem so deutlich mehr Tiefe. Am Ende bleibt ein Film, der einen mit einer Gruppe von Menschen konfrontiert, die ihren Bezug zur Gesellschaft in der einen oder anderen Weise verloren haben, da sich bei ihnen allen nie das erfolgreiche Leben eingestellt hat, wonach die heutige Gesellschaft scheinbar fast ausschließlich die Menschen bewertet. An diesem Anspruch gescheitert bleiben die Charaktere verunsichert zurück und suchen nach etwas, was sie selbst weiter als Individuen definieren kann, um mehr sein zu können, als die an den Ansprüchen der Gesellschaft, ihrer Familien, aber auch ihren eigenen Gescheiterten. Zu keinem Zeitpunkt liefert der Film Antworten oder Wege aus den Unsicherheiten, die alle Charaktere plagen, nur die Feststellung, dass man sie nie loswerden kann, solange man immer nur versucht, vor ihnen wegzulaufen. Und das ist der Punkt, wo Garden State wirklich romantisch wird. Denn letztendlich sind es allein diese Unsicherheiten, die Largeman und Sam so eng verbinden und so bleibt die Botschaft, dass nicht mal die Liebe alles gut machen kann, aber sie kann der Grund sein, sich wirklich seinen Unsicherheiten, Ängsten und Zweifeln zu stellen, und zwar gemeinsam. Niemand muss perfekt sein für die Liebe, vielmehr wird nur die Bereitschaft gebraucht, den mal schweren, mal leichten Weg gemeinsam zu gehen. Zum Schluss kann ich nur noch sagen, dass man Zach Braff wirklich für dieses Werk danken kann, welches so überdeutlich zeigt, dass sich seine Talente beileibe nicht nur auf Comedy reduzieren. Ich kann diesen Film wirklich jedem empfehlen, der sich wenigstens noch ab und zu die großen Fragen des Lebens stellt.

21.11.07 15:54


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