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Resident Evil: Extinction

So nun hab ich auch Resident Evil: Extinction gesehen, den dritten Teil der von der gleichnamigen Videospielserie inspirierten Filmreihe. Zu diesem Film will ich nun hier eine Rezension verfassen.

Der Film beginnt in dem neuen Hauptquartier der Umbrella Corporation und zeigt dort Experimente mit Klonen des Milla Jovovich-Charakters Alice. Diese sollen dazu dienen, ein neues Serum zu entwickeln, welches es ermöglichen soll, die Zombies unter Kontrolle zu bringen, indem es den Zombies ein Mindestmaß an Selbstkontrolle und Verstand zurückgibt, um so die Bedrohung auszuschalten und gleichzeitig mehr oder weniger willenlose Arbeitskräfte für die Umbrella Corporation zu produzieren. Allerdings schlagen diese fehl und sorgen nur für aggressivere und stärkere Versionen der Zombies. Deshalb betont der Leiter des Wissenschaftsprojekts die Bedeutung, die Original-Alice zu fassen zu bekommen, da deren Blut zur Herstellung des Serums viel geeigneter wäre.

Im Folgenden tritt dann auch wieder eben diese Alice in den Vordergrund der Handlung. Mit dem Verlassen des Hauptquartiers Umbrellas wird deutlich, dass die Zombies sich mittlerweile über die ganze Welt verbreitet haben und zur dominanten Spezies geworden sind, während Menschen nur noch in kleinen Gruppen auftreten, die sich entweder verstecken oder permanent auf der Flucht sind. Alice ist derzeit auch allein unterwegs, allerdings auf der Suche nach vereinzelten Personen, die Hilfe brauchen. Durch einen vorgetäuschten Hilferuf wird sie zu einer Gruppe von Leuten gelockt, die jeden Bezug zu Moral verloren haben und sich stattdessen am Leid anderer weiden. Letztendlich versuchen sie, Alice in einer Art Arenakampf an durch den T-Virus mutierte Hunde zu verfüttern. Dies geht allerdings wenig überraschend schief und letztendlich ist es die Gruppe Psychopathen, die hier ihr Ende findet. Die Hunde selbst sind eine nette Remineszens an die Spielevorlage, welche allerdings leider ziemlich allein bleiben wird.

Stattdessen scheint sich der Film viel mehr um Bezüge zu anderen Filmen zu bemühen. In der nächsten Szene wird nämlich eine weitere Gruppe von Leuten eingeführt, und zwar diejenige, die in einer Gruppe schwer gepanzerter und bewaffneter Fahrzeuge durchs Land fährt um Überlebende zu finden und diesen zu helfen. Dies ist so ziemlich die typische Zusammensetzung aus so zahlreichen Zombie-Endzeit-Filmen, dass man es schon fast komisch finden könnte, wenn es nicht einfach nur klischeehaft bleiben würde. Nach einer gewissen Übergangszeit wird dieser Convoy von einem riesigen Schwarm vom T-Virus veränderter Krähen angegriffen, die sich vorher auf umliegenden Strommasten und Häusern gesammelt haben, bevor sie alle angriffen. Dies wirkt auf mich wie eine Anspielung auf den Hitchcock-Klassiker Die Vögel, allerdings gelingt es dieser Szene kaum, auch nur annähernd eine so bedrückende Atmosphäre zu kreieren wie Hitchcock in seinem Film. Im Laufe der Szene sieht es so aus, als ob der gesamte Trupp diesem zum Opfer fallen würde, bis plötzlich Alice selbst am Ort des Geschehens auftaucht und die Flammen aus einem außer Kontrolle geratenem Flammenwerfer durch ihre völlig unerklärt weiterentwickelten, übernatürlichen Fähigkeiten unter Kontrolle bringt und so verstärkt und lenkt, dass diese den ganzen Krähenschwarm verbrennen. Von da an ist Alice dann mit dieser Gruppe verbunden, die letztendlich aus genau denselben Charakteren besteht, wie in jedem anderen ähnlich gelagertem Film.

Aufgrund völlig vager Gerüchte, dass es irgendwo in Alaska eine abgeschiedene Siedlung geben soll, die völlig unberührt von Zombieinfektionen geblieben ist, entscheidet die Gruppe, gemeinsam dort hinzufahren, da sie sonst auch keine große Hoffnung mehr besitzt. Allerdings müssen sie sich erst Benzin besorgen, um die Reise antreten zu können und der einzige Ort in der Nähe, wo sie noch solches vermuten, ist das nicht allzu weit entfernt liegende Las Vegas. Las Vegas selbst bietet einen interessanten Anblick, da es im Verlauf der letzten Jahre, in dem sich niemand mehr wirklich darum gekümmert hat, völlig versandet und kaum noch wieder zu erkennen ist. Statt der durchaus erwarteten normalen Zombieangriffe passiert erstmal gar nichts, bis der Trupp von einer Gruppe der von Umbrella manipulierten Zombies angegriffen werden, die als Ablenkungsmanöver fungieren sollen, während Umbrella nun versucht Alice habhaft zu werden. Nach einem sehr actionreichen und durchaus ansehnlichen Gefecht scheitert dies schließlich und Alice erfährt, wo sich die neue Basis befindet, worauf sie entscheidet, den Kampf dorthin zu tragen um das Problem Umbrella endgültig auszuschalten.

Während dem Angriff wurde auch der Leiter des Forschungsprojekts von einem der Zombies gebissen, weshalb dieser sich zurück im Hauptquartier Unmengen des Serums spritzt, was ihn allerdings auch nicht heilt, sondern langsam mutieren lässt. Dadurch wird er zum einzigen wirklichen Bezugspunkt zu den Spielen, da er sich vom Stil her in einem den üblichen Bossgegnern der Serie ähnliches Wesen verwandelt. Nachdem Alice der Zugang zum Umbrella-Gebäude gelungen ist, mündet dann auch alles in einen Endkampf dieser beiden. Das darauf folgende Ende wird sehr offen gehalten, wodurch ganz offensichtlich ein Anknüpfpunkt für einen vierten Teil geschaffen werden soll, wenn auch dieser Anknüpfpunkt sehr seltsam geartet ist.

Mein persönliches Fazit zu Resident Evil: Extinction ist, dass es zwar ein durchweg ordentlicher, stellenweise sogar gut inszenierter Film ist, allerdings der Bezug zur namensgebenden Spieleserie endgültig verloren gegangen ist. Diese Verbindung war schon in den beiden Vorgängern eher dünn, aber noch durchaus klar zu erkennen, wohingegen sich der Film hier völlig von Handlung und Setting der Spiele verabschiedet. Zwar werden hier weitere Charaktere aus der Spieleserie eingeführt (Claire Redfield, Wesker), allerdings nehmen diese keine signifikante Rolle ein, sondern erfüllen nur Standartrollen, die so in jedem ähnlich gelagerten Horrorfilm auftauchen könnten, weshalb hier deren Namen die einzige Verbindung zum Spiel bleiben. Die einzigen wirklichen Anspielungen sind die mutierten Hunde und der zum Bossgegner verwandelte Wissenschaftler, aber auch die bleiben nur stilistische Anspielungen, keine konkreten Verbindung. Der gesamte Stil des Films scheint sich vielmehr an der …of the Dead-Reihe von Georg A. Romero zu orientieren, wodurch der ganze Film entfernt an eine Neuauflage von Day of the Dead erinnert. Dies ist natürlich kein grundsätzlicher Fehler, allerdings entfernt der Film sich dadurch nur noch weiter von seiner eigentlichen Vorlage. Eine weitere Anspielung auf andere Filme erscheint mir das Hologramm, welches im Umbrella-Hauptquartier die künstliche Intelligenz des Computer-Systems repräsentiert. Dies tritt als ein kleines, dunkelhaariges Mädchen in einem weißen Kleid auf, was genau so aus einem reichen Arsenal an japanischen Horrorfilmen entsprungen sein könnte. Dies bleibt allerdings eher eine weitere willkürlich eingefügte Randerscheinung, ganz im Gegensatz zu dem fast schon hommagehaften Umgang mit dem Genre begründenden Werk Romeros, welche aber nicht nur den Aufbau hier, sondern im ganzen Genre, sowohl von Handlung als auch der Bildsprache massiv beeinflusst hat, weswegen nicht wirklich deutlich wird, ob diese Hommage wirklich gedacht ist oder doch nur ein Nebenprodukt dessen ist, dass man sich ganz einfach massiv beim Mainstream dieses Genres bedient hat. Insgesamt finde ich, dass man Resident Evil: Extinction durchaus als einen unterhaltsamen Film beschreiben kann, der zwar dem Genre absolut nichts Neues hinzufügt, aber alles vorhandene durchaus ordentlich verarbeitet und sehr professionell inszeniert. Dies gilt aber nur, solange man sich eben auch nur einen unterhaltsamen Zombie-Endzeit-Film wünscht, sobald man aber eine zumindest ansatzweise würdige Umsetzung der Spielvorlage erwartet, wird man völlig enttäuscht werden, denn bis auf den Namen selbst, haben mit diesem Film die Filmreihe und die Spielreihe kaum noch etwas gemeinsam. Resident Evil: Extinction ist sicher kein schlechter Film, allerdings sollte er einfach einen unabhängigen Titel haben, statt den Eindruck zu erwecken, eine Verfilmung der Spiele sein zu wollen, denn als solche kann man den Film nur als völlig misslungen bezeichnen. Dies ist nicht nur wegen dem Film an sich und der eigentlichen Vorlage sehr schade, sondern auch, weil alle teilnehmenden Schauspieler eine sehr ordentliche bis gute Leistung abliefern, wobei hier die Leistung Milla Jovovichs durchaus wieder mal positiv hervorzuheben ist. Keinen der Darsteller kann man als Totalausfall bezeichnen, was in Filmen dieses Genres ja schon fast eine Seltenheit ist. Dies macht den Film durchaus noch ein klein wenig empfehlenswerter für jeden, der die Vorlage nicht kennt oder einfach ignorieren kann und etwas mit dem Genre des Zombiefilms anfangen kann. Keinesfalls ist er aber ein Meisterwerk, mit dem man Leute zu diesem Genre bringen könnte, die dazu bisher keine Verbindung haben. Wer sich allerdings noch immer eine würdige Filmumsetzung der Vorlage wünscht, kann nur hoffen, dass irgendwann in Zukunft sich noch mal jemand anderes als die für diese Filmserie Verantwortlichen des Stoffes annimmt und sich dann etwas deutlicher an der Vorlage orientiert.

6.11.07 02:30
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Walkyre (8.11.07 20:09)
Ich bin ja nicht so der Fan von solchen Zombiefilmen. Wenn mir spät nachts langweilig, guck' ich mir so was mal an. Grundsätzlich finde ich allerdings: Kennst du einen aus dem Genre, kennst du so gut wie alle.

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