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Botched

Bei Botched aus dem Jahr 2007 von Regisseur Kit Ryan handelt es sich um eine sehr unterhaltsame Horror-Splatter-Komödie, die recht harmlos, wie ein gewöhnlicher Actionfilm, beginnt.

Hauptperson Ritchie, gespielt von Stephen Dorff, nimmt teil an einem Diamantenraub. Zu Anfang läuft alles wunderbar, doch auf der Flucht geht plötzlich alles schief und Ritchie verliert die Beute. Dies bringt ihn nun natürlich in eine sehr schlechte Verhandlungsposition gegenüber seinem Auftraggeber, Mr. Groznyi, gespielt von Sean Pertwee. Eigentlich sollte es Ritchies letztes Verbrechen sein, bevor er aus Russland zurück in seine amerikanische Heimat fliegt. Doch wegen des Scheiterns besteht sein als kompromissloser Mafiaboss auftretender Auftraggeber darauf, dass er noch einen letzen Auftrag durchführt. Er soll aus einem Hotel mit zwei Helfern ein goldenes Kreuz stehlen, welches einst Ivan dem Schrecklichen gehört haben soll. Ohne große Alternativen stimmt Richie dem Ganzen zu und macht sich auf den Weg. Der Raub läuft auch erfolgreich, auch wenn bereits erste Probleme auftreten, da einer seiner beiden Helfer die ursprüngliche Besitzerin des Kreuzes erschossen hat. Deswegen verschwinden sie sofort wieder in den Lift, um schnellstmöglich zu verschwinden. Trotz der energischen Versuche, andere Personen aus dem Lift fernzuhalten, bildet sich eine kleine Gruppe skurriler Charaktere, die mit ihnen im Lift mitfahren.

Hier endet nun der Prolog und die eigentlich tragende Handlung beginnt sich zu entwickeln. Auf dem Weg nach unten bleibt der Lift plötzlich im 13. Stock stehen. Gleichzeitig hört man über Funk, dass die Sicherheitsleute von dem Mord erfahren haben und nun nach den Tätern suchen. In einer Kurzschlussreaktion nehmen die drei Diebe die anderen Personen im Lift als Geiseln und verlassen mit ihnen den Lift. Sie sperren die Gruppe in einen kleinen Raum, während sie über Funk mit den Sicherheitskräften verhandeln und vereinbaren, zuerst einmal eine Geisel als Zeichen des guten Willens freizulassen. Um diese auszuwählen fragen sie einfach die Gruppe von Geiseln, wer gerne frei gelassen werden würde und derjenige, der sich als erster gemeldet hat, wird dann mitgenommen. Er wird zum Lift gebracht, wo der Austausch stattfinden soll. Doch hier ist der Punkt erreicht, an dem Botched den Schritt vom standardmäßigen Actionfilm hin zum Horror-Splatter-Film macht.

Als sich die Tür des Liftes öffnet erscheint dahinter niemand von den Sicherheitskräften, sondern zuerst sieht man nur Finsternis. Plötzlich schnellt eine große Gartenschere aus dem Dunkel hervor und kurz darauf sieht man nur noch den Körper der Geisel, der nun der Kopf fehlt und die stattdessen die gesamte Umgegend mit Blut besudelt. Ritchies kolerischer Mittäter greift sich nach einem kurzen Moment des Schocks den Kopf der Geisel und bringt diesen zurück zu Ritchie, worauf natürlich schnell die Diskussion entbrandet, wo man hier hinein geraten ist. Während Ritchie versucht, auf dem Stockwerk genauere Hinweise zu finden, beginnen die Geiseln zu planen, wie sie die Kontrolle übernehmen könnten, wodurch das Chaos endgültig perfekt wird.

Von hier aus entfaltet sich nun das für Horrorfilme wie Halloween typische Psychospiel zwischen dem unbekannten Killer und der in Panik nach einem Ausweg suchenden Gruppe von Unschuldigen, die mit der Zeit immer stärker dezimiert wird. Ergänzt wird dies noch durch ein ständiges Wechseln der Allianzen derer, die sich dem Killer erwehren wollen, was in großem Maße durch die schon ursprünglich vorhandene Aufteilung in Geiselnehmer und Geiseln begründet ist, sich aber nicht daran festhält, sondern im Folgenden sehr dynamisch entwickelt. In der Folgezeit wird es nun viele sehr brutale und blutige Szenen zu sehen geben, welche aber völlig überzeichnet und teilweise bis ins comichafte verzerrt werden, wodurch sie einen sehr humoristischen Charakter verliehen bekommen. Zudem werden diese Abschnitte immer wieder von absonderlichen Randereignissen durchbrochen, die das Ganze noch weiter von einem ernsthaften Horrorfilm entfernen.

Mein Fazit zu Botched ist nun, dass hier in sehr gekonnter Weise mit den Genreklischees der Art von Horrorfilmen wie Halloween, Freitag der 13. und ähnlichen gespielt wird, dass aus einem an sich klassisch aufgebauten Film (Von der fragwürdigen Begründung, warum die jeweiligen Personen an den Ort der Handlung gelangt sind, über die ersten auftretenden Ereignisse, die immer mehr Misstrauen sähen bis hin zum finalen Duell mit dem lange Zeit im Verborgenen arbeitendem Psychopathen) durch völlige Überzeichnung der Gewaltszenen und konstantes Einstreuen abstruser Dialoge und Ereignisse eine sehr unterhaltsame Komödie mit extrem hohen Blutgehalt gemacht worden ist, bei der neben einigen Unklarheiten der Storyline nur eine wirkliche Frage für mich offen bleibt: Wie konnte die FSK die Ansicht gewinnen, es wäre sinnvoll, diesen Film ab 16 freizugeben. Aber gut, auch 300 hat das geschafft, was mir bis heute ebenfalls ein Rätsel ist. Botched ist insgesamt in der Anlehnung ans Genre sehr konsequent inszeniert und erreicht durchweg guten Genrestandart, doch zu etwas besonderen wird er eben erst durch diese Art, das ganze aus dem Genre Horror mehr und mehr in das der Komödie herüber zu ziehen, ohne dabei aber die klassischen Szenen eines Horrorfilms irgendwann wegzulassen. Stattdessen wird alles vom Regisseur und den durchweg gut agierenden Schauspielern mit einander verbunden, sodass das eine jeweils das andere ergänzt. Neben dem Regisseur für das Gesamtkonzept und deren konsequente Einhaltung, muss eben auch den Schauspielern ein Kompliment gezollt werden, die ihre teilweise extrem ins klischeehafte verzerrten Charaktere immer überzeugend dargestellt haben, auch dann, wenn dies eben konsequenterweise hieß, dass alle Grundlagen einer überzeugenden Charakterdarstellung an sich dabei über Bord geworfen werden mussten. Deswegen bleibt abschließend nur zu sagen, dass dieser Film meine uneingeschränkte Empfehlung für jeden Freund des Genres bekommt, wohingegen Menschen, die bisher nichts mit blutigen Schockeffekten und darauf aufbauendem, teilweise sehr krudem Humor anzufangen wussten, auch hier nicht unbedingt bekehrt werden dürften.

18.11.07 19:55
 


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