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Halloween

So, nun komme ich endlich mal dazu den Blog wieder zu beleben. Und hierzu hab ich mir dieses Mal Halloween ausgesucht. Wie viele sicher wissen handelt es sich dabei um die seit vielen Jahren erfolgreiche und oft fortgesetzte Reihe um den Serienkiller Michael Myers. Ich will hier nun nicht die ganze Serie rekapitulieren, sondern nur den neusten Ansatz der Serie unter der Leitung von Rob Zombie, welcher nicht mehr nur eine weitere Rückkehr von Michael Myers sein soll, sondern wieder ein Versuch, die gesamte Geschichte um Michael zu erfassen und ist deswegen konsequenterweise eben auch wieder einfach nur Halloween betitelt.

Zombie geht in einigen Bereichen einen neuen Weg ohne jedoch den Bezug zum Original zu verlieren. Der größte Unterschied besteht darin, wie er die Story am Anfang angeht. Statt eine Gruppe junger Menschen zu zeigen, die sich Legenden von einem geheimnisvollen Mörder zu erzählen, beginnt er weit früher. Er zeigt den zehnjährigen Michael im Umfeld seiner Familie, welche man eigentlich am Besten mit dem Klischee des White Trash vergleichen kann. Zudem wird seine Außenseiterrolle in der Schule verdeutlicht, wo er vor allem unter dem Ruf seiner Familie zu leiden hat. Über diese in mehreren Situationen dargestellten Lebensumstände scheint Michael vermehrt den Bezug zur Realität zu verlieren und sich in eine Phantasiewelt zu flüchten, in der er der Starke sein kann. Mehr und mehr versucht er diese Welt auch in die reale Welt zu bekommen, was auch darin deutlich wird, dass er beginnt ständig Masken zu tragen und sich so in die Sicherheit eines Alter Egos flüchtet. Dies geht soweit bis er am Halloween-Abend seine ersten Morde begeht, für die er aber gefasst wird und daraufhin in die Psychiatrie gesperrt wird. Auch hier begleitet Zombie Michaels Entwicklung noch eine Weile. Michaels Faszination für Masken wird immer stärker und er weigert sich ab einem gewissen Zeitpunkt völlig, ohne eine Maske vor andere Leute zu treten. Ab einem gewissen Zeitpunkt hört er auch auf zu sprechen und zieht sich immer weiter in seine eigene Welt zurück, während für ihn scheinbar alles um ihn herum unbedeutend wird, ja ihn scheinbar kaum noch erreicht.

Diese Entwicklung streckt sich über etwa fünfzehn Jahre, bis an einem weiteren Halloween-Abend die Situation in der Psychiatrie eskaliert, als einer der Pfleger und ein Freund von ihm anfangen ihre sadistischen Späße mit den Patienten und eben auch Michael zu treiben. Dies endet in einem plötzlichen Ausbruch der Gewalt von Michael, in dessen Folge er aus der Psychiatrie flieht und sich auf den Weg zurück in seinen Heimatort macht. Von hier an nimmt Rob Zombie die klassische Vorlage endgültig auf um nun den Geschehnissen des Originals fast penibel zu folgen, ohne dessen Geschichte neu zu erzählen. Er betreibt hier eine Hommage an ein Genre, welches neben Halloween seinen wichtigsten Ursprung in Freitag, der 13. hat. Hierbei versucht er erst gar nicht, krampfhaft neue Elemente einzuführen, wie es so oft in modernen Ansätzen im Genre des Slasher-Films versucht wird, sondern bleibt ganz konsequent beim Grundgerüst der Klassiker ohne hier noch mal großartig in Experimente zu verfallen.

Mein Fazit zu Rob Zombies Versuch einer Neubelebung von Halloween ist ein durchweg positives. Durch den Ansatz, die psychologische Vorgeschichte von Michael Myers zu erzählen, fügt er der Story eine sehr eigene und zudem interessante und gut umgesetzte Variante hinzu. Zusätzlich dazu präsentiert er im zweiten Teil des Films eine fast schon als liebevoll zu bezeichnende Hommage an ein ganzes Genre, welche gerade durch ihre konsequente Freiheit von Neuerungen überzeugt. Diese Eindruck einer durchdachten Hommage wird noch dadurch verstärkt, dass sich Zombie die Riege der Nebendarsteller in großem Maße bei Veteranen des B-Movie-Horrorfilms zusammengeholt hat, woran sich wohl jeder Kenner und Liebhaber dieser Art von Filmen erfreuen kann. So begegnen uns hier Größen wie Malcolm McDowell, Brad Dourif, Udo Kier und Danny Trejo. Doch nie verkommt der Film zu einem reinen Schaulaufen von Stars des Genres, sondern vielmehr sind alle diese Rollen sinnvoll in den Film eingearbeitet und erfüllen dort ihre jeweilige Funktion, während die jeweils ausgewählten Schauspieler beim Kenner noch ein leichtes Gefühl der Nostalgie erzeugen. Deshalb kann ich eben auch diesen Genrekennern, den Film am meisten ans Herz legen, wer nur gut Freund mit modernen Horrorfilmen ist, könnte sich hier womöglich etwas langweilen, da das Erzähltempo wie eben in den erwähnten Klassikern des Genres bedeutend langsamer ist, als in moderneren Ansätzen. Und wer vor diesem Film noch nichts mit dem Genre anfangen konnte, wird wohl auch hier nicht erleuchtet werden.

22.12.07 14:23
 


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