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Heath Ledger

Am Dienstag ist völlig überraschend Heath Ledger verstorben. Ohne sichtbare Vorwarnungen schied einer der wohl talentiertesten jungen Schauspieler Hollywoods im Alter von 28 aus dem Leben und das stimmt mich, wie offenbar viele andere, sehr traurig. Nicht allein der künstlerische Verlust ist tragisch, sondern auch der Verlust einer Person, die scheinbar nie wirklich im Hollywood-Mainstream angekommen ist, sondern sich immer einen eigenen Kopf und viele eigene Ambitionen erhalten hat. Es wirkt so, als hätte er uns nur einen kurzen Blick gestattet, nur einen kleinen Schatten dessen gezeigt, wozu er fähig gewesen wäre. So sagte Terry Gilliam, nur wenige Tage vor Heaths Tod über diesen:

"He's the most wonderful, inventive guy - there's nothing he won't try to do - you throw him in a scene and he makes it 120 times better. I just watch him with my mouth open - he ad-libs lines that are brilliant.

"He wants to be a director, and he's much better than I am most of the time. We'll do some nonsense, then he'll say 'Why don't you do this,' and he's right. He's phenomenal, and I don't think Hollywood yet realises how extraordinary he is."

Es ist deprimierend zu wissen, dass diese ganzen Ambitionen und Ziele nun unerfüllt bleiben müssen. Doch muss ich sagen, dass es sich auch nach einem Verlust anfühlt, der größer ist als nur der eines Künstlers, in den man noch hohe Erwartungen gesetzt hat. Es wirkt eher wie der Verlust eines fernen Freundes, auch ohne ihn je gekannt zu haben. Ein Gefühl, in dieser fernen Person eine Art Freund im Geiste gehabt zu haben, ohne je wirklich darüber nachgedacht zu haben. Das Gefühl hat sich einfach gebildet und nun ist völlig überraschend diese Verbindung abgebrochen und er hat das Leben all derer verlassen, die sich auf irgendeine Weise mit ihm verbunden gefühlt haben. Ich muss gestehen, es ist ein seltsames Gefühl, dieser Eindruck einer Freundschaft, ohne sich doch zu kennen, ja sogar ohne dass die andere Person, je von einem gehört hätte. Vielleicht können Michel de Montaignes Worte, die er eins über Etienne de Boetie schrieb es am ehesten beschreiben:

„Was immer ich über die Freundschaft im allgemeinen und über die unsere insbesondere sagen mag: Hier war es eine auf mir unerklärliche Weise eingreifende Schicksalsmacht, die diesen Bund gestiftet hat. Wir suchten uns, noch ehe wir uns gesehen hatten, aufmerksam gemacht durch Berichte, die jeder über den anderen vernahm und die in uns sofort eine stärkere Zuneigung auslösten, als man von dergleichen Hörensagen hätte erwarten können – ich glaube gar, durch eine Fügung des Himmels. Wir umarmten uns schon in unsren Namen.“

Natürlich ist diese überraschende und trotz aller Surrealität doch empfundene Verbindung hier nur in eine Richtung, doch trotzdem kann ich sie nicht leugnen. Doch sehe ich auch, dass ich nicht der einzige bin, der dies so zu empfinden scheint. So scheint dieser australische Schauspieler es geschafft zu haben, durch seine künstlerische Arbeit andere Menschen zu berühren, sich einen kleinen Platz in deren Herzen zu ergattern. Und so ist im womöglich gelungen, was die meisten Künstler sich wünschen: Er wird nicht vergessen werden. Hiermit nehmen wir, deine Freunde in der Ferne des Geistes nun Abschied von dir und werden dich doch immer in guter Erinnerung behalten. Mein Beileid und die besten Wünsche gehen an seine Familie und ich hoffe, die Medien werden ihnen die Ruhe lassen, die sie nun brauchen, um deren so unvergleichbar viel größeren Verlust zu verarbeiten.

Heath, we will dearly miss you and send out a big thank you for all that you have given us. You were a talent and an inspiration and an inspiration you always will be.

24.1.08 15:29
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


/ Website (24.1.08 15:37)
ich weiß nicht wieso, aber iwie trifft es mich.

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