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Cloverfield

In Cloverfield dreht sich alles um eine kleine Gruppe von Freunden und ein paar Stunden, in denen sich deren Leben, genauso wie das, aller anderen Einwohner New Yorks massiv verändert. Alles beginnt auf einer Party, die zu Ehren von Rob, einem der Hauptcharaktere, gefeiert wird, bevor dieser für einige Monate das Land verlässt. All dies sieht man durch den Blickwinkel einer Handkamera, die dazu dienen sollte, die Feier für Rob als Andenken zu dokumentieren. Doch plötzlich wird das Gebäude, scheinbar durch ein Erdbeben, schwer erschüttert und die Kamera wird mehr und mehr zum Mittel der Dokumentation der folgenden Ereignisse. Nach einem Moment der Ruhe macht eine schwere Explosion deutlich, dass doch eine größere Gefahr aufgetaucht ist, als ein einzelnes Erdbeben. Überall bricht Chaos aus, große Trümmerteile fliegen durch die Luft, alle versuchen zu fliehen. Immer mehr breitet sich Panik aus, als mehr und mehr klar wird, dass scheinbar ein riesiges Monster in der Stadt wütet. Während das Militär bereits die Evakuation Manhattans vorbereitet, erhält Rob einen Anruf von der Frau, für die er mehr Gefühle hegt, als er zugeben will, Beth. Als er erfährt, dass sie verletzt in ihrer Wohnung liegt und nicht selbst fliehen kann, macht er sich auf, sie zu suchen und trotz der großen Gefahr folgen ihm ein paar seiner Freunde. Von hier an erzählt die Handkamera die Geschichte dieses Rettungsversuchs, während im Vorbeieilen der Gruppe das immer größer werdende Chaos in der Stadt deutlich wird und man immer wieder kurze Blicke auf das angreifende Wesen erhaschen kann.
Nachdem Godzilla 2004 endgültig in Rente geschickt wurde, scheint Matt Reeves hier zu versuchen, das Genre des Monsterfilms wieder zu beleben. Hierzu bedient er sich einer Gruppe größtenteils unbekannter Schauspieler und der Erzählperspektive einer Handkamera in den Händen der agierenden Personen. Durch diese Perspektive ist man zwangsläufig viel näher am Geschehen dran, als durch die übliche eines reinen Beobachters. Und dies zeichnet sich letztendlich auch als die große Stärke von Cloverfield aus, welche es ermöglicht, aus dem Einheitsbrei des Genres hervorzustechen. Gerade die sehr eingeschränkte Sicht auf das Geschehen erweist sich hier als großer Vorteil. Alles bleibt etwas unklarer, mysteriöser, man empfindet das Chaos und die Panik viel stärker als aus einer distanzierten Beobachterperspektive. Allerdings bringt die Handkamera auch ihre üblichen Probleme mit sich, vor allem die geringe Bildqualität und das starke Verwackeln, mit beidem muss man sich arrangieren können, sonst wird man wenig Gefallen an Cloverfield finden. Davon abgesehen ist aber das vor der Kamera stattfindende sehr zufrieden stellend, die schauspielerische Leistung der Darsteller ist durchgehend ordentlich bis gut und auch die Special Effects sind gut in den Handkamera-Look eingepasst. Letztendlich kann aber all dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass Reeves hier nur eine ziemlich gewöhnliche, in dem Genre schon oft gesehene Geschichte erzählt. So gelingt Cloverfield auch keine Revolution des Monsterfilms, doch verdient es sich durchaus eine Platzierung in der Spitze dieses durch meist sehr billig produzierte B-Movies geprägtem Genre, speziell durch die dramatischere Erzählperspektive mit seiner bewussten Beschränkung auf den Blickwinkel dieser einen, kleinen Gruppe von Menschen in dem großen Chaos. Wenn man mit dieser Art Film und mit der Art sie zu erzählen etwas anfangen kann, so ist Cloverfield sicher ein sehr empfehlenswertes Werk, doch wem diese Filme vorher nicht gefallen haben wird wohl auch hier nicht bekehrt werden.



9.2.08 17:24
 


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