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John Rambo

John Rambo ist der vierte und vermutlich letzte Teil der Rambo-Serie, die neben der Rocky-Serie den Ruhm Sylvester Stallones begründete. Bei diesem abschließenden Teil zeigt sich Stallone selbst sowohl für Drehbuch als auch Regie verantwortlich. Während der erste Teil sich durch eine eher ernstere Auseinandersetzung mit den Traumata eines Vietnamveterans auszeichnete, präsentierten sich die beiden Nachfolger eher als typisch sinnfreie Actionunterhaltung. John Rambo scheint nun diesen Kontrast in Einklang bringen zu wollen, indem er beide Seiten der Serie vereint.
Der Film spielt in Thailand und Birma und beginnt mit einigen Nachrichtenausschnitten über die reale Konfliktlage in Birma. Mit diesem Anfang wird klar gemacht, dass John Rambo keine reine Unterhaltung sein will. Unterstrichen wird dies durch ausgiebige und sehr explizite Darstellung von immer wieder fast völlig willkürlich eingebundenen Grausamkeiten, die sowohl Täter als auch Opfer völlig entmenschlichen. Rambo hat sich von all diesem sehr weit distanziert und lebt ein sehr zurückgezogenes Leben in Thailand. Aus diesem Leben wird er jedoch wieder herausgerissen und in einen weiteren Konflikt mit herein gezogen. Er wird von einer Gruppe Missionare beauftragt, diese nach Birma zu bringen, damit diese dort humanitäre Arbeit leisten können. Nach anfänglicher Weigerung nimmt Rambo diesen Auftrag doch an, bringt die Gruppe nach Birma und kehrt direkt wieder um. Den Missionaren bleibt allerdings kaum Zeit, ihrer Arbeit nachzukommen, kaum angekommen wird das Dorf von Soldaten angegriffen und die wenigen Überlebenden gefangen genommen und weggeschleppt. Kurze Zeit darauf tritt man wieder an Rambo heran, damit dieser eine Gruppe von Söldnern ebenfalls nach Birma führt, damit diese die Missionare befreien können. Dort angekommen schließt Rambo sich diesen natürlich an und von da an beginnt eine action- und gewaltreiche Jagd durch den birmesischen Dschungel.
Während Stallone mit Rocky Balboa ein würdiger Abschluss dieser Filmserie gelungen ist, kann man diesen Versuch bei Rambo nur als deutlich misslungen bezeichnen. Durchgehend erweckt John Rambo den Eindruck, dass sich Stallone nicht entscheiden konnte, was für ein Film es denn werden sollte. Er hat Facetten von einem ernsten, kritischen Film, der verdeutlichen will, wie grausam Menschen sich gegenseitig behandeln können und stellt die Frage, wie sinnvoll humanitäre Arbeit in einem solchen Umfeld sein kann. Gleichzeitig aber wird der Film durch typische Actionelemente, wie völlig überzeichnete Charaktere, humoristisch angehauchte, markige Sprüche und wilde, völlig unrealistische Kampfszenen geprägt. Und daneben scheint er auch eine Tendenz des modernen Horrorfilms von dem Schlage Hostel oder The Hills have Eyes übernehmen zu wollen, was sich in extrem explizit dargestellter Gewalt manifestiert, die oft abschreckend, anwidernd und teils einfach nur noch grotesk wirkt. Während all diese Teile einzeln funktionieren können, tun sie dies in dieser Mixtur in keinster Weise. Alle Facetten verbinden sich nicht zu einem Ganzen, sondern bleiben von einander getrennt und stellen sich auch gegenseitig in Frage. Jeglicher ernster Aspekt des Films wird durch die oft typisch actionfilmhaft inszenierten Szenen völlig an den Rand der Bedeutungslosigkeit gedrängt, aber gleichzeitig machen es diese Aspekte, genauso wie die viel zu explizit dargestellte Gewalt es unmöglich, den Film als reinen Unterhaltungsfilm zu sehen. Übrig bleibt nur eine schlecht zusammenhängende Ansammlung von Szenen, die sich durch einen Mangel an Logik und erzählter Geschichte, genauso wie durch eine willkürlich erscheinende Aneinanderreihung von Gewaltorgien auszeichnen. John Rambo kann als ganzes nur als völlig misslungen betrachtet werden und fügt sich weder in die Serie ein, noch kann er als einzeln betrachteter Film in irgendeiner Weise überzeugen.



14.3.08 13:46
 


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